Die Gemeinsame Finanzermittlungsgruppe Zoll und Polizei (GFG Hessen) hat in einem großangelegten Ermittlungsverfahren wegen Geldwäsche einen bedeutenden Erfolg erzielt. Unter der Leitung der Europäischen Staatsanwaltschaft (EuStA) wird seit 2024 gegen insgesamt neun Personen – sechs Männer und drei Frauen – ermittelt. Den Beschuldigten wird vorgeworfen, Teil einer kriminellen Vereinigung zu sein, die unter der Kontrolle chinesischer Staatsbürger gewerbsmäßig Millionenbeträge gewaschen hat. Das Geld wurde laut Ermittlungsstand über ein komplexes internationales Firmengeflecht transferiert.
Ausgangspunkt: Herrenloses Bargeld
Die Spur der Ermittler begann bei einem Verfahren der Steuerfahndung München wegen Umsatzsteuerhinterziehung. Dabei wurden 750.000 Euro sichergestellt, die zunächst niemandem zugeordnet werden konnten. Das Hessische Landeskriminalamt (HLKA) übernahm daraufhin die Folgeermittlungen, die nun in einer länderübergreifenden Razzia mündeten. Bereits Anfang 2026 konnten bei einer Grenzkontrolle in Zusammenarbeit mit dem Hauptzollamt Berlin über 1,7 Millionen Euro Bargeld sichergestellt werden.
Razzia in drei Bundesländern: Details zum Ermittlungsverfahren wegen Geldwäsche
Am Dienstag, den 28.04.2026, kam es zu einer konzertierten Aktion, bei der über 20 Wohn- und Geschäftsräume gleichzeitig durchsucht wurden. Die Schwerpunkte lagen im Landkreis Offenbach (Hessen), in Düsseldorf (NRW), Berlin sowie in der Nähe von Warschau (Polen).
Umfangreiche Sicherstellungen bei konzertierter Aktion
Die Bilanz der Durchsuchungen ist beachtlich. Die Einsatzkräfte stellten Beweismittel und Vermögenswerte im geschätzten Gesamtwert von über 1,2 Millionen Euro sicher:
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Dutzende Datenträger wie Laptops, PCs und Mobiltelefone.
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Drei hochwertige Fahrzeuge sowie sechs Luxusuhren.
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Größere Mengen Bargeld und Wertgegenstände.
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Rund 50 kg Cannabis sowie Haschisch.
An dem Einsatz waren neben der hessischen Polizei und den Landeskriminalämtern aus NRW und Berlin auch die Bundespolizei, der Zoll, Gerichtsvollzieher sowie der polnische Inlandsgeheimdienst (ABW) beteiligt.
Die GFG Hessen, eine Spezialeinheit aus Polizei- und Zollfahndern mit Sitz im HLKA und am Frankfurter Flughafen, wertet die gesicherten Daten nun intensiv aus. Das multidisziplinäre Ermittlungsverfahren wegen Geldwäsche zeigt, wie effektiv die internationale Zusammenarbeit bei der Bekämpfung organisierter Finanzkriminalität greift.

