StartFeuerwehreinsätzeWaldbrand am Saurüsselkopf: Katastrophenfall in Ruhpolding

Waldbrand am Saurüsselkopf: Katastrophenfall in Ruhpolding

Feuer bricht im schwer zugänglichen Gelände aus – Trinkwasserschutzgebiet Laubau im Fokus der Retter – Über 200 Einsatzkräfte und Hubschrauber kämpfen gegen die Flammen – Bevölkerung zur weiträumigen Umgehung aufgefordert.

Ein massiver Waldbrand am Saurüsselkopf hat im Landkreis Traunstein zur Ausrufung des Katastrophenfalls geführt. Am Montag, den 04. Mai 2026, stellte das Landratsamt um 10:05 Uhr den Katastrophenfall fest, um die Koordination der zahlreichen beteiligten Behörden und Fachstellen zentral unter der Leitung von Kreisbrandrat Christof Grundner zu bündeln. Das Feuer war bereits am Sonntagabend aus bislang ungeklärter Ursache in dem steilen und felsdurchsetzten Gelände in der Gemeinde Ruhpolding ausgebrochen. Aufgrund der schwierigen Erreichbarkeit ist eine Brandbekämpfung vom Boden aus nur stark eingeschränkt möglich, weshalb der Schwerpunkt der Maßnahmen auf massiver Unterstützung aus der Luft liegt.

Schutz des Trinkwassers hat oberste Priorität

Das zentrale Schutzziel der laufenden Maßnahmen ist das Trinkwasserschutzgebiet Laubau. Die Einsatzkräfte konzentrieren sich darauf, eine weitere Ausbreitung der Flammen innerhalb dieses sensiblen Bereichs durch Riegelstellungen zu verhindern. Nach ersten Einschätzungen von Forstfachleuten sind bereits rund 50 Hektar Berg- und Schutzwald betroffen oder von der Lageentwicklung berührt. Dieser Wald ist nicht nur für die Trinkwasserversorgung, sondern auch als Schutz vor Erosion, Steinschlag und Murenabgängen von existenzieller Bedeutung.

Luftunterstützung bei der Bekämpfung vom Waldbrand am Saurüsselkopf

Da das Gelände am Saurüsselkopf extrem anspruchsvoll bleibt, wurden mehrere Löschhubschrauber angefordert.

Unterstützung durch die Bundeswehr

Am Montagnachmittag waren bereits etwa 200 bis 250 Einsatzkräfte in das Geschehen eingebunden. Für den weiteren Verlauf am Dienstag sind zusätzliche Hubschraubereinsätze der Bundeswehr geplant, um die Brandherde gezielt aus der Luft zu bekämpfen. In den Gebieten rund um Ruhpolding, Laubau und die Chiemgau Arena ist daher weiterhin mit einer hohen Anzahl an Flugbewegungen zu rechnen.

Sicherheitshinweise für die Bevölkerung

Trotz der dramatischen Bilder besteht laut Landratsamt aktuell keine unmittelbare Gefahr für die Bevölkerung oder die Trinkwasserversorgung. Dennoch wurde ein dringender Appell an Bürger und Medienvertreter gerichtet, das Einsatzgebiet weiträumig zu meiden. Für Teile des Raums wurden bereits Betretungs- und Befahrungsverbote angeordnet. Im Bereich Laubau und der Chiemgau Arena sollten zudem vorsorglich Fenster und Türen geschlossen bleiben, falls es zu Ascheregen kommt.

Die Polizei und das Landratsamt bitten darum, keine Zufahrtswege zu blockieren und den Waldbrand am Saurüsselkopf nicht durch Schaulustige zu behindern. Die Gemeinde Ruhpolding unterstützt die Maßnahmen vor Ort mit Infrastruktur und lokaler Ortskenntnis, während die administrative Einsatzleitung die weitere Entwicklung genau überwacht.