Eine anspruchsvolle Ausbildungsübung hat die Einsatzabteilung der Feuerwehr Viernheim am wöchentlichen Übungsabend intensiv gefordert. Gegen 19:00 Uhr ging in der fiktiven Einsatzzentrale die Meldung über einen simulierten Gebäudebrand im Stadtgebiet mit starker Rauchentwicklung und mehreren vermissten Personen ein. Gruppenführer Dominik Benz hatte das komplexe Szenario im Vorfeld ausgearbeitet. Unterstützung erhielt er dabei von Mitgliedern der Jugendfeuerwehr, welche für die realitätsnahe Darstellung in die Rolle der verletzten und abgängigen Personen schlüpften. Binnen weniger Minuten erreichten die Löschfahrzeuge sowie die Drehleiter das Übungsobjekt in der Wernherstraße, aus dessen Fenstern künstlicher Qualm drang.
Koordinierter Aufbau der Löschwasserversorgung vor dem Objekt
Während Einsatzleiter Markus Wieland umgehend die Erkundung des unübersichtlichen Objekts übernahm, bauten die nachfolgenden Mannschaften vor dem Haupteingang die Wasserversorgung auf. Die Helfer setzten den Verteiler, koppelten die Schlauchleitungen für den Löschangriff und brachten die Drehleiter in Stellung. Zeitgleich wurde die gesetzlich vorgeschriebene Atemschutzüberwachung gestartet, um die Einsatzzeit und den Luftvorrat der Trupps im Gebäude kontinuierlich zu überwachen. Die Straße im Nahbereich wurde für die Dauer der Arbeiten gegen den fließenden Verkehr abgesperrt.
Menschenrettung unter extremen Bedingungen und realer Folgeeinsatz bei der Feuerwehr Viernheim
Für die vorgehenden Trupps im Innenangriff gestaltete sich das Szenario im Anschluss als körperlich und mental fordernd.
Suche nach vier Vermissten unter absoluter Nullsicht
Ausgerüstet mit schwerem Atemschutzgerät, Masken und Wärmebildkameras drangen die Feuerwehrleute in das völlig verqualmte Innere des Gebäudes vor. Aufgrund der simulierten Nullsicht mussten sich die Retter am Boden entlangtasten. Im Zuge der systematischen Durchsuchung wurden vier vermisste Personen lokalisiert. Während für eine fiktive Person jede Hilfe zu spät kam, wurden die drei geretteten Jugendlichen zur medizinischen Versorgung an den Rettungsdienst übergeben. Parallel dazu bekämpften die Trupps erfolgreich den simulierten Brandherd.
Melder schlagen direkt nach der Manöverkritik an
Nach dem Ende der Übung versammelten sich die Kräfte zur traditionellen Manöverkritik, die jedoch abrupt durch das Auslösen der Funkmeldeempfänger unterbrochen wurde. Die Feuerwehr Viernheim wurde zu einer real ausgelösten Brandmeldeanlage gerufen, an der die Ehrenamtlichen nach einer Erkundung jedoch schnell Entwarnung geben konnten.
Da geeignete Objekte für solche Realübungen im Stadtgebiet selten geworden sind, bittet die Wehr Eigentümer von Abrissgebäuden um Kontaktaufnahme per E-Mail. Die regulären Übungsdienste finden jeden Mittwochabend um 19:00 Uhr im Feuerwehrgerätehaus in der Robert-Bosch-Straße 2 statt; Interessierte und Quereinsteiger können jederzeit unangemeldet vorbeischauen.

