StartFeuerwehreinsätzeGroßbrand in Unterensingen: Feuerwehrhaus komplett zerstört

Großbrand in Unterensingen: Feuerwehrhaus komplett zerstört

Explosionen erschweren den ersten Löschangriff – Gebäude und fünf Einsatzfahrzeuge komplett vernichtet – Wasserversorgung über lange Wegstrecke vom Neckar aufgebaut.

Ein verheerender Großbrand in Unterensingen hat am Montagabend, den 15. Juni 2026, zu einem massiven Aufgebot an Rettungskräften und der vollständigen Zerstörung der lokalen Feuerwehr-Infrastruktur geführt. Gegen 18:30 Uhr schlug die Brandmeldeanlage im Feuerwehrhaus an. Bereits während der Anfahrt erkannte Kommandant Jens Entzminger die enorme Tragweite der Lage und veranlasste umgehend eine flächendeckende Nachalarmierung. Beim Eintreffen der ersten Einheiten stand der Komplex bereits in hellen Flammen, zudem kam es im Gebäudeinneren zu mehreren Explosionen. Aufgrund der akuten Gefährdung war ein Innenangriff zunächst unmöglich; die Wehr leitete sofort eine Riegelstellung zum Schutz der Nachbarbebauung ein.

Bevölkerung über Warn-App NINA aufgerufen Fenster zu schließen

Im weiteren Verlauf übernahm Kreisbrandmeister Guido Kenner die Gesamteinsatzleitung vor Ort. Über zwei Drehleitern wurde die Dachhaut des im Jahr 2001 eingeweihten und 2018 erweiterten Gebäudes geöffnet, um die Brandherde gezielt zu bekämpfen. Insgesamt kamen neun Löschrohre zeitgleich zum Einsatz. Die notwendige Wasserversorgung musste über drei Tragkraftspritzen vom nahegelegenen Neckar aufgebaut werden. Wegen der massiven Rauchentwicklung wurde die Bevölkerung über die Warn-App NINA aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Ein angrenzender Getränkemarkt wurde vorsorglich evakuiert.

Nachlöschphase und erneutes Aufflammen am Folgetag nach Großbrand in Unterensingen

Erst in der Nacht um 01:19 Uhr konnte offiziell „Feuer aus“ gemeldet werden, woraufhin eine Brandwache bis zum Morgen verblieb.

Fünf Fahrzeuge und die gesamte Ausrüstung vernichtet

Personen kamen bei dem Großereignis glücklicherweise nicht zu Schaden. Die materielle Bilanz ist jedoch verheerend: Das Feuerwehrhaus mit fünf Fahrzeugboxen sowie fünf Einsatzfahrzeuge – darunter zwei Löschfahrzeuge, ein Gerätewagen Logistik, ein Mannschaftstransportwagen und ein neues Mittleres Löschfahrzeug – wurden mitsamt der Einsatzkleidung und dem Inventar vollständig zerstört. Neben Bezirksbrandmeister Adrian Wibel verschafften sich auch Landrat Marcel Musolf und Bürgermeister Robin Schmitt ein Bild der Lage. Landrat Musolf kündigte schnelle, gemeinsame Lösungen zur Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft an.

Glutnester im Giebel erfordern erneuten Drehleitereinsatz

Am Dienstagvormittag flammten gegen 11:30 Uhr im beschädigten Giebelbereich erneut kleinere Flammen auf. Ein Löschfahrzeug rückte aus, öffnete unter Atemschutz Teile des Daches über eine Drehleiter und löschte die Glutnester mit einem Handstrahlrohr ab. Gegen 13:30 Uhr wurde das Objekt endgültig an die Kriminalpolizei übergeben. Insgesamt waren 140 Feuerwehrleute aus Wernau, Oberboihingen, Köngen, Wendlingen, Kirchheim und Nürtingen sowie 30 Kräfte des DRK im Einsatz gebunden. Die Polizei ermittelt nun zur Ursache, die den Großbrand in Unterensingen auslöste.