StartFeuerwehreinsätzeGroßbrand in Welgesheim: 300 Kräfte bekämpfen Müllbrand

Großbrand in Welgesheim: 300 Kräfte bekämpfen Müllbrand

Feuer breitet sich rasant auf eine Lagerhalle und den Grünschnittplatz aus – Enorme Rauchsäule sorgt für Sperrung von Straßen und Bahnstrecke – Überörtliche Hilfe aus drei Landkreisen.

Ein verheerender Großbrand in Welgesheim hat am Wochenende zu einem der schwersten und kräftezehrendsten Rettungseinsätze der vergangenen Jahre im regionalen Umfeld geführt. Kurz nach 16:00 Uhr wurden die ersten Feuerwehren zunächst zu einem vermeintlich größeren Flächenbrand alarmiert. Da die tiefschwarze Rauchsäule jedoch bereits auf der Anfahrt kilometerweit sichtbar war, erhöhte die Integrierte Leitstelle das Alarmstichwort zügig auf „B3 – Hallenbrand“. Vor Ort stand ein massiver Gewerbe-Restmüllhaufen von rund 100 Tonnen in voller Ausdehnung in Flammen, und das Feuer griff bereits auf eine angrenzende Lagerhalle sowie den Grünschnittplatz über. Aufgrund der extremen Komplexität und Dimensionen des Schadensereignisses wurde die Alarmstufe im weiteren Verlauf auf „B4“ angehoben. Damit übernahm der Landkreis Mainz-Bingen die Gesamteinsatzleitung.

Drehende Winde und starke Rauchentwicklung gefährden Einsatzkräfte

Eine enorme Herausforderung für die Trupps bildete die unvorhersehbare Witterung: Die Windrichtung änderte sich fortlaufend, wodurch zuvor sichere Abschnitte innerhalb kürzester Zeit massiv von Brandrauch eingeschlossen wurden. Über die Warnsysteme NINA und KATWARN wurde die Bevölkerung frühzeitig aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Parallel dazu führten Spezialkräfte in den umliegenden Gemeinden kontinuierliche Schadstoffmessungen durch. Wegen der massiven Sichtbehinderungen mussten mehrere Landstraßen sowie die Bahnstrecke zwischen Bingen und Worms zeitweise komplett für den Verkehr gesperrt werden.

Taktische Wasserversorgung und hohe Zahl an verletzten Rettern bei Großbrand in Welgesheim

Um die immense Menge an Löschwasser herbeizuschaffen, mussten die Einheiten weitreichende logistische Maßnahmen ergreifen.

Wiesbach als Entnahmestelle angestaut

Die Einsatzkräfte stauten den Wiesbach mittels Sandsäcken gezielt an, um eine stabile Wasserentnahmestelle einzurichten. Zusätzlich wurde ein dauerhafter Pendelverkehr mit Großtanklöschfahrzeugen aus Biebelsheim aufgebaut. Der massive Löschangriff erfolgte über mehrere tragbare Wasserwerfer, Dachmonitore und zahlreiche C-Rohre im Außenangriff. Im Verlauf forderte die Einsatzleitung überörtliche Unterstützung aus den Landkreisen Alzey-Worms und Bad Kreuznach an. In der Spitze kämpften über 300 Kräfte von Feuerwehr, THW, Rettungsdienst und Polizei gemeinschaftlich gegen das Flammenmeer.

13 Feuerwehrleute im Einsatzverlauf verletzt

Die extreme Hitze und die starke Rauchentwicklung forderten einen hohen Tribut: Insgesamt wurden im Einsatzverlauf 13 Einsatzkräfte verletzt, die nach einer medizinischen Untersuchung im Krankenhaus glücklicherweise wieder entlassen werden konnten. Nach mehr als 16 Stunden physischer Höchstleistung konnte erst am Sonntagmorgen gegen 09:00 Uhr offiziell „Feuer aus“ vermeldet werden. Die aufwändigen Nachlöscharbeiten sowie die Kontrolle verdeckter Glutnester dauern an der Ruine weiter an. Die Nachbereitung wird die Wehren nach diesem Großbrand in Welgesheim noch wochenlang beschäftigen.