Giftmord lautet der Vorwurf der Staatsanwaltschaft Gießen und des Polizeipräsidiums Mittelhessen gegen einen 35-jährigen Mann aus dem Wetteraukreis. Mehr als ein Jahr nach dem Tod eines 30-jährigen Fußballspielers nahmen die Beamten den Tatverdächtigen am Dienstag, den 1. September 2026, fest. Dem Mann wird zur Last gelegt, seinen Mannschaftskollegen im Juni des vergangenen Jahres heimtückisch aus niedrigen Beweggründen getötet zu haben.
Der Vorfall nach der Vereinsfahrt
Mitte Juni 2025 nahmen beide Männer an einer Mannschaftsfahrt ihres Vereins TuS 1912 Rockenberg e.V. nach Dresden teil. Nach der Rückkehr verschlechterte sich der Gesundheitszustand des 30-Jährigen massiv. Der alarmierte Rettungsdienst leitete Reanimationsmaßnahmen ein, jedoch verstarb der Mann kurz darauf in einem Krankenhaus. Rechtsmediziner des Instituts in Gießen stellten bei den anschließenden Untersuchungen fest, dass der Tod durch multiples Organversagen infolge einer Vergiftung eintrat. Oberstaatsanwalt Thomas Hauburger bezeichnete den Fall gegenüber der hessenschau als außergewöhnlich, da ein Giftmord sehr selten vorkomme. Aus ermittlungstaktischen Gründen machten die Behörden keine Angaben zur genauen Art des verabreichten Stoffes oder zum konkreten Tathergang, da es sich hierbei um Täterwissen handele.
Ermittlungen und mögliches Motiv
Im Rahmen der monatelangen Ermittlungen vernahm die Polizei eine Vielzahl von Zeugen aus dem Umfeld der gemeinsamen Fußballmannschaft. Der Fokus der Kriminalpolizei lag dabei auf den Umständen des Vereinsausfluges sowie der Beziehung zwischen dem Opfer und dem Beschuldigten. Die Ermittler gehen derzeit von einem persönlichen Rachemotiv aus. Nach Informationen der hessenschau könnte zudem Eifersucht der Auslöser für die Tat gewesen sein.
Festnahme und Beweissicherung
Nach seiner Festnahme wurde der 35-Jährige einem Haftrichter vorgeführt, der umgehend Untersuchungshaft anordnete. Zu den Vorwürfen äußerte sich der Beschuldigte bislang nicht. Die Beamten durchsuchten zudem die Wohnung und den Arbeitsplatz des Mannes und stellten Beweismittel wie ein Mobiltelefon und einen Laptop sicher, die derzeit ausgewertet werden. Der betroffene Verein äußerte sich in einem Beitrag zu der Festnahme. Dass nun ein Giftmord als Tathintergrund im Raum steht, bezeichnete der Vorstand als „extrem belastend“ und betonte das Vertrauen in eine vollständige Aufklärung durch die Behörden.

