Die Organisierte Kriminalität stand im Zentrum umfassender internationaler Ermittlungen, die am Mittwoch, den 9. September 2026, in einer groß angelegten Durchsuchungsaktion mündeten. Unter der Sachleitung der Staatsanwaltschaft Stuttgart und der Koordination von Europol gingen Behörden in Deutschland, Italien, Spanien und der Schweiz gegen mutmaßliche Angehörige der Camorra vor. Die Einsatzkräfte durchsuchten zeitgleich 14 Wohn- und Gewerbeobjekte in Stuttgart, im Rems-Murr-Kreis, in Neapel, in Bern sowie auf der spanischen Insel Gran Canaria. Dabei stellten sie Waffen, Betäubungsmittel, Falschgeld, Mobiltelefone, Datenträger sowie Wertgegenstände sicher, die offenbar mit kriminellen Mitteln erworben wurden. Unterstützt wurden die Maßnahmen durch das EU-finanzierte @ON-Netzwerk unter der Federführung der italienischen Direktion für Anti-Mafia-Ermittlungen.
Ursprung der Ermittlungen zur Organisierte Kriminalität
Der Ursprung dieser Ermittlungen reicht bis in den November des Jahres 2021 zurück. Damals nahmen Beamte des Landeskriminalamts Baden-Württemberg einen mit internationalem Haftbefehl gesuchten 47-jährigen Staatsangehörigen in Deutschland fest. Die Behörden warfen ihm vor, einer mafiaartigen Vereinigung anzugehören und in die Beschaffung von Falschgeld, Geldwäsche sowie den Handel mit Betäubungsmitteln verwickelt zu sein. Der Verdächtige wurde daraufhin an die zuständigen Behörden ausgeliefert, jedoch im Frühjahr 2022 wieder auf freien Fuß gesetzt. Seit seiner Freilassung hielt der 47-Jährige den polizeilichen Erkenntnissen zufolge weiterhin Kontakt zu seinem kriminellen Netzwerk.
Gastronomie als mutmaßlicher Umschlagplatz
Im Fokus der Ermittler standen dabei insbesondere zwei 49 und 44 Jahre alte Männer, die jeweils ein Restaurant in Stuttgart betreiben. Die Behörden gehen davon aus, dass in diesen gastronomischen Betrieben mit Falschgeld und Rauschgift gehandelt wurde. Die illegalen Waren schmuggelte der 47-Jährige zuvor bei mehreren Beschaffungsfahrten nach Deutschland. Auf diesem Weg gelangten gefälschte Banknoten mit einem Nennwert von mehreren Hunderttausend Euro in den Umlauf. Vor der Verausgabung in den regulären Wirtschaftskreislauf wurde das Falschgeld unter anderem bei einem 35-jährigen türkischen Mittäter zwischengelagert, der ein Schmuckgeschäft im Rems-Murr-Kreis betreibt. Dort hatten Einsatzkräfte bereits im Jahr 2024 bei einer ersten Durchsuchung eine geringe Menge an gefälschten Banknoten sichergestellt.
Festnahmen und weitere Verbindungen
Für die tatsächlichen Einkäufe mit den gefälschten Euro-Scheinen war in einer Vielzahl von Fällen ein 42-jähriger Tatverdächtiger zuständig. Dieser war im Herbst 2025 zunächst untergetaucht, nachdem gegen ihn wegen Gewaltdelikten gegen seine Lebensgefährtin ermittelt wurde. Die Polizei konnte den Mann später durch gezielte Fahndungsmaßnahmen im Raum Offenburg lokalisieren und festnehmen.
Das Falschgeld bezog die Gruppierung in einem Fall über einen weiteren 42-jährigen Verdächtigen aus Neapel. Dieser setzte sich im weiteren Verlauf der Ermittlungen nach Spanien ab, wo ihn die dortigen Strafverfolgungsbehörden nun in seinem Haus auf Gran Canaria festnahmen. Zusätzlich beschaffte das Netzwerk Rauschgift über einen in Bern lebenden Mann mit syrischer Staatsangehörigkeit, dessen Wohnung die Schweizer Polizei durchsuchte. Von den sechs festgenommenen Männern sitzen derzeit fünf in Untersuchungshaft. Der auf Gran Canaria verhaftete 42-Jährige wurde gegen Auflagen wieder entlassen.

