StartPolizeimeldungenLeichenfund in Höxter bringt neue Ermittlungsansätze

Leichenfund in Höxter bringt neue Ermittlungsansätze

Die Ermittlungsgruppe der Bielefelder Polizei rollt ein ungelöstes Verbrechen aus dem Jahr 2001 auf. Moderne Analyseverfahren liefern nun neue Details zu der unbekannten Toten

Ein ungelöster Leichenfund aus dem Jahr 2001 im Godelheimer See bei Höxter beschäftigt aktuell die Ermittlungsgruppe Cold Case der Bielefelder Polizei. Im Mai 2001 entdeckten Ausbildungstaucher am Grund des Gewässers zufällig die Überreste eines stark verwesten weiblichen Körpers. Spezialtaucher der Polizei konnten im Zuge der anschließenden Suchmaßnahmen lediglich das Becken und die Beinknochen der Frau bergen. Der Kopf und der Oberkörper bleiben bis heute verschwunden. Bereits drei Jahre zuvor hatte eine Sporttaucherin gemeldet, eine Leiche im Wasser treiben gesehen zu haben. Eine daraufhin im Jahr 1998 eingeleitete Suchaktion verlief jedoch ohne Ergebnis.

Obduktion und Hinweise auf ein Verbrechen

Die zuständigen Rechtsmediziner stellten im Rahmen der damaligen Obduktion fest, dass der Leichnam im Bereich der Knie und Oberschenkel mit einer beigefarbenen Paketschnur gefesselt war. Aufgrund dieser Spurenlage schlossen die Ermittler einen Suizid oder einen Unfall nahezu aus und gehen seitdem von einem Tötungsdelikt aus. Die genaue Liegezeit im Wasser ist nicht abschließend geklärt. Experten gehen davon aus, dass sich die Überreste mindestens ein Jahr, möglicherweise aber auch deutlich länger in dem See befunden haben.

Moderne Analyseverfahren liefern Details

Um die Identität der Frau nach über zwei Jahrzehnten zu klären, nutzen die Kriminalbeamten nun moderne wissenschaftliche Verfahren. Eine aktuelle Auftypisierung der damaligen DNA-Spuren ergab, dass die Getötete zum Todeszeitpunkt zwischen 18 und 30 Jahre alt war und eine Körpergröße von etwa 160 bis 169 Zentimetern aufwies. Mit großer Wahrscheinlichkeit hatte sie helle Haare, blaue Augen und einen hellen Hauttyp. Ein zusätzliches Isotopengutachten deutet darauf hin, dass die Frau aus Südosteuropa stammen könnte und sich vor ihrem Tod noch nicht lange in Deutschland aufgehalten hatte. Bisherige Abgleiche mit nationalen und internationalen Vermisstendatenbanken brachten bislang keine Treffer.

Öffentlicher Zeugenaufruf der Polizei

Die Polizei wendet sich mit diesen neuen Erkenntnissen und nun veröffentlichten Fotos des Fesselungsmaterials erneut an die Öffentlichkeit. Die Beamten suchen nach Zeugen, die Angaben zu einer Frau machen können, die sich Mitte der 1990er Jahre im Raum Höxter aufhielt und anschließend unerwartet verschwand. Ebenso bittet die Ermittlungsgruppe Personen, denen sich möglicherweise ein Täter im Laufe der Jahre anvertraut hat, um Mithilfe. Entsprechende Hinweise nimmt das Polizeipräsidium Bielefeld unter der Telefonnummer 0521 5450 entgegen.