StartPolizeimeldungenBetrug mit wertvollen Büchern: Razzia und Festnahmen in Hessen

Betrug mit wertvollen Büchern: Razzia und Festnahmen in Hessen

Ermittler durchsuchen 27 Objekte in vier Bundesländern – Fünf Verdächtige nach skrupellosen Täuschungen älterer Menschen festgenommen.

Nach monatelangen verdeckten Ermittlungen ist den Behörden ein schwerer Schlag gegen den Betrug mit wertvollen Büchern gelungen. Seit den frühen Morgenstunden durchsuchen rund 200 Beamte des Gemeinsamen Finanzermittlungszentrums (GFEZ) und des Hessischen Landeskriminalamtes insgesamt 27 Objekte in Hessen, Bayern, Niedersachsen und Baden-Württemberg. Im Zentrum der Ermittlungen steht eine hochprofessionell agierende Bande, die sich auf sogenannten „Faksimile-Betrug“ spezialisiert hat. Den fünf festgenommenen Beschuldigten – vier Männer und eine Frau im Alter zwischen 31 und 39 Jahren – wird vorgeworfen, seit 2022 mindestens 370 Opfer um eine Gesamtsumme von rund 11 Millionen Euro gebracht zu haben. Die Täter suchten sich gezielt ältere Menschen aus, die im Besitz hochwertiger Buch-Reproduktionen waren.

Astronomische Versprechen führten zu hohen Vorauszahlungen

Die Masche beim Betrug mit wertvollen Büchern folgte einem perfiden Muster: Den Opfern wurde vorgespielt, ein zahlungskräftiger Käufer sei bereit, astronomische Summen für ihre Bestände zu zahlen. Um den vermeintlichen Verkauf abzuwickeln, drängten die Täter die Senioren zu hohen Vorauszahlungen für angebliche Transport- und Versicherungskosten. In einigen Fällen wurden die Geschädigten sogar dazu gebracht, Bankkredite aufzunehmen, um die geforderten Summen leisten zu können. Als Drahtzieher konnte ein 36-jähriger Mann aus Unterfranken identifiziert werden, der eine Gruppe von „Vertriebspartnern“ anleitete. Diese standen in direktem Kontakt zu den Opfern, während eine in Frankfurt festgenommene Komplizin die Erstkontakte über ein Callcenter organisiert haben soll.

Ermittlungserfolg beim Betrug mit wertvollen Büchern: Millionenwerte gesichert

Parallel zu den Verhaftungen konnten die Beamten umfangreiche Vermögensarreste vollstrecken. Das Ziel dieser Maßnahmen ist es, den entstandenen Schaden von rund 11 Millionen Euro so weit wie möglich zu sichern.

Sicherstellung von Luxusgütern und Immobilien

Bei einem der Beschuldigten wurde ein Mercedes AMG im Wert von über 200.000 Euro sichergestellt. Zudem pfändeten die Fahnder zwei Immobilien in Unterfranken sowie 50 Bankkonten. Die Ermittlungen des GFEZ, in dem Staatsanwälte, Polizei und Steuerfahnder Hand in Hand arbeiten, dauern an.

Die Behörden warnen ausdrücklich vor dieser Form der Kriminalität. Wer vermeintlich wertvolle Bücher besitzt und von unbekannten Käufern kontaktiert wird, die Vorabzahlungen fordern, sollte umgehend die Polizei verständigen.