StartFeuerwehreinsätzeBrand in Schenefeld: Großalarm bei leerstehendem Gewerbebau

Brand in Schenefeld: Großalarm bei leerstehendem Gewerbebau

Einsatzleitung erhöht das Stichwort auf FEU 2 – Warn-App NINA wegen Rauchgasen ausgelöst – Nachlöscharbeiten und Dekontamination dauern bis weit nach Mitternacht.

Ein schwerer Brand in Schenefeld hat am Samstagabend, den 13. Juni 2026, zu einem Großeinsatz von über 90 Rettungskräften geführt. Um 20:22 Uhr wurden die Einheiten zu einer Rauchentwicklung aus einem leerstehenden Gewerbegebäude im Kiebitzweg alarmiert. Bereits während der Anfahrt war eine dichte Qualmwolke über dem Areal weithin sichtbar. Das betroffene Objekt war bereits in den vergangenen Tagen mehrfach Schauplatz von Feuermeldungen. Da der Rauch beim Eintreffen aus mehreren Gebäudeteilen drang, erhöhte Einsatzleiter Tomas Berens das Stichwort auf FEU 2 und forderte überregionale Unterstützung an. Neben dem Vollalarm für die örtliche Wehr rückte daraufhin auch die Freiwillige Feuerwehr Halstenbek zur Einsatzstelle aus.

Warnung der Bevölkerung über das Modulare Warnsystem

Aufgrund der massiven Rauchentwicklung und der damit verbundenen Gesundheitsgefährdung veranlasste die Einsatzleitung über die Leitstelle West eine offizielle Warnmeldung. Über die Smartphone-App NINA wurden die Anwohner im betroffenen Stadtgebiet aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten sowie Lüftungs- und Klimaanlagen vorübergehend abzuschalten. Im Rahmen des Innenangriffs lokalisierten die Atemschutztrupps schließlich zwei voneinander getrennte Brandherde im Inneren des weitläufigen Komplexes, die mit mehreren Strahlrohren gezielt bekämpft und abgelöscht wurden.

Logistische Herausforderungen und Asbestverdacht beim Rückbau bei Brand in Schenefeld

Eine besondere Brisanz erhielt die Lage durch die unmittelbare Nachbarschaft des Brandobjekts zur Schenefelder Feuerwache.

Privatfahrzeuge der Retter im direkten Gefahrenbereich

Die anrückenden ehrenamtlichen Kräfte mussten ihre Privatfahrzeuge in direkter Nähe zum Einsatzort abstellen, was während der Erstphase erhöhte Aufmerksamkeit und Sicherungsmaßnahmen der Führungskräfte erforderte. Nach rund einer Stunde war das offene Feuer zwar gelöscht, die Nachlöscharbeiten zogen sich jedoch bis weit nach Mitternacht hin. Grund hierfür war der dringende Verdacht auf asbesthaltige Baustoffe im betroffenen Gebäudeteil, was einen umfangreichen Dekontaminationsprozess für Mensch und Material nach sich zog.

Umfassende Hygienemaßnahmen für die eingesetzten Trupps

Sämtliche eingesetzte Atemschutzgeräteträger und deren persönliche Schutzausrüstung mussten noch an der Einsatzstelle nach strengen Hygiene-Richtlinien gereinigt und verpackt werden. Der stellvertretende Kreiswehrführer Christian Grundorf machte sich vor Ort persönlich ein Bild von den Schutzmaßnahmen. Insgesamt waren 45 Kräfte aus Schenefeld, 43 Helfer aus Halstenbek sowie Spezialisten des Kreisfeuerwehrverbandes Pinneberg, des Rettungsdienstes (RKiSH) und der Polizei eingebunden. Zur Ursache, die zu dem erneuten Brand in Schenefeld führte, hat die Kriminalpolizei die Ermittlungen übernommen.