Das Thema Frauen im Zivilschutz rückt immer stärker in den Fokus der Sicherheitsorganisationen. Beim vierten bundesweiten Helferinnentag des Technischen Hilfswerks (THW) in Neuhausen trafen sich kürzlich rund 80 weibliche Führungskräfte aus dem gesamten Bundesgebiet. Ziel der Veranstaltung war es, den Austausch untereinander zu fördern, Fachwissen zu vertiefen und die Sichtbarkeit von Frauen in technischen Führungspositionen nachhaltig zu erhöhen. Neben strategischen Netzwerkfragen bot das Programm auch handfeste operative Inhalte. Die Teilnehmerinnen vertieften ihre Kenntnisse in Workshops zur Rettung aus Höhen und Tiefen sowie im Umgang mit der Motorkettensäge.
Fachvorträge von Auslandseinsatz bis VOST
Ergänzend zur Praxis standen hochaktuelle Themen auf der Agenda. Dazu gehörten Fachvorträge über das Virtual Operations Support Team (VOST) sowie die spezifischen Anforderungen und Besonderheiten bei Auslandseinsätzen. Diese Inhalte unterstreichen, dass Frauen im Zivilschutz heute in allen hochspezialisierten Einsatzbereichen und Vorgehensweisen der Bundesanstalt fest verankert sind.
Positive Entwicklung für Frauen im Zivilschutz
Die aktuellen Zahlen belegen, dass die Bemühungen um mehr Diversität im Ehrenamt bereits Früchte tragen.
Deutlicher Zuwachs im Ehrenamt
THW-Präsidentin Sabine Lackner präsentierte beeindruckende Statistiken zur Entwicklung der Organisation. Demnach stieg die Zahl der Frauen und Mädchen im THW seit dem Jahr 2020 von etwa 12.500 auf rund 16.000 an, was einem Zuwachs von circa 28 Prozent entspricht. Aktuell sind damit rund 18 Prozent der ehrenamtlich Aktiven weiblich. Formate wie der Helferinnentag, der unter der Schirmherrschaft von Andrea Lindholz stand, sollen diesen Trend festigen und weitere Impulse für die Übernahme von Führungsaufgaben geben.
Relevanz über das THW hinaus
Die Gewinnung und langfristige Bindung von ehrenamtlichem Personal ist eine der zentralen Herausforderungen im modernen Bevölkerungsschutz. Nicht nur das THW, sondern auch die Feuerwehren und andere Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) beschäftigen sich intensiv mit der Frage, wie die personelle Einsatzbereitschaft angesichts wachsender Anforderungen gesichert werden kann. Das Engagement für mehr Frauen im Zivilschutz leistet hierzu einen unverzichtbaren Beitrag und stärkt die Resilienz der gesamten Gesellschaft.

