Zu einer gefährlichen Gefahrstoffreaktion in Norderstedt kam es am Mittwoch, den 15.04.2026, im Labor eines Unternehmens im Gewerbegebiet Nettelkrögen. Um 12:56 Uhr schrillten zunächst die Alarmglocken der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehr Garstedt. Was ursprünglich als ausgelöste Brandmelderanlage gemeldet wurde, entpuppte sich schnell als technischer Gefahrstoffeinsatz mit erhöhter Brisanz. Im dritten Obergeschoss eines Labors war es während eines Versuchs zu einer unkontrollierten Reaktion eines Stoffgemisches gekommen. Hauptbestandteil war dabei Butylacrylat, ein Stoff, der als explosiv und hochentzündlich gilt. Die Reaktion setzte kontinuierlich thermische Energie und Dämpfe frei, woraufhin das Gebäude umgehend geräumt wurde.
Spezialeinheiten im Großeinsatz
Aufgrund der komplexen Lage erhöhte der Einsatzleiter das Stichwort auf „TH G X“, was die Nachalarmierung der Feuerwehren Friedrichsgabe, Glashütte sowie der Logistikeinheit aus Harksheide zur Folge hatte. Unter Atemschutz und mit spezieller Messtechnik drangen die Einsatzkräfte in den betroffenen Bereich vor. In enger Abstimmung mit den Chemikern des Unternehmens wurde die Bergung der instabilen Substanzen vorbereitet.
Sicherheit nach Gefahrstoffreaktion in Norderstedt wiederhergestellt
Vier Behältnisse mit dem reagierenden Gemisch mussten von speziell ausgerüsteten Kräften geborgen werden. Diese wurden in Sicherheitsbehälter überführt und anschließend durch den Betreiber chemisch neutralisiert. Während dieser Maßnahmen kamen drei Feuerwehrleute mit dem Stoff in Kontakt. Sie wurden unmittelbar vor Ort dekontaminiert und rettungsdienstlich untersucht, blieben jedoch unverletzt.
Belüftung und Kontrolle der Laborräume
Nachdem die chemische Gefahrstoffreaktion in Norderstedt gestoppt und die Behälter gesichert waren, begannen umfangreiche Belüftungsmaßnahmen. Mit Hochleistungslüftern wurden die betroffenen Räumlichkeiten von den entstandenen Dämpfen befreit. Erst nach intensiven Kontrollmessungen, die keine gefährlichen Konzentrationen mehr anzeigten, konnte die Einsatzstelle an den Betreiber übergeben werden.
Nach rund drei Stunden war der Einsatz für das Großaufgebot der Norderstedter Wehren erfolgreich beendet. Menschenleben waren laut offiziellen Angaben zu keinem Zeitpunkt unmittelbar gefährdet, da die Sicherheitssysteme des Labors und die schnelle Räumung des Gebäudes Schlimmeres verhinderten. Die genaue Ursache für das Scheitern des Laborversuchs wird nun unternehmensintern untersucht.

