Ein zerstörerischer Großbrand in Weingarten hat am späten Donnerstagabend, den 02.04.2026, zu einem der größten Feuerwehreinsätze der Region in diesem Jahr geführt. Gegen 21:15 Uhr wurde die Freiwillige Feuerwehr Weingarten ursprünglich zu einem vermeintlich kleinen Brand im Garten eines Hauses in der Alemannenstraße alarmiert. Doch bereits auf der Anfahrt korrigierten die Einsatzkräfte die Lage: Ein Wohnhaus stand bereits über alle drei Etagen – vom Erdgeschoss bis zum Dach – in Vollbrand. Aufgrund der massiven Flammenentwicklung und der akuten Gefahr eines Brandüberschlags auf die direkt angebaute Doppelhaushälfte wurde umgehend Großalarm ausgelöst. Weitere Löschfahrzeuge sowie eine zweite Drehleiter aus Ravensburg wurden zur Einsatzstelle nachgefordert.
Schwierige Brandbekämpfung im Dachbereich
Unter der Leitung von Kommandant Romer kämpften mehrere Trupps unter schwerem Atemschutz sowohl im Innen- als auch im Außenangriff gegen die Flammen. Besonders herausfordernd gestaltete sich die Situation im Dachgeschoss. Eine installierte Photovoltaikanlage verhinderte den direkten Zugang zu den Glutnestern, weshalb ein spezieller Fachberater hinzugezogen werden musste. Die Einsatzkräfte mussten das Dach unter hohem Aufwand von außen öffnen, um den Brandherd effektiv abzulöschen. Oberbürgermeister Clemens Moll machte sich noch in der Nacht persönlich ein Bild von der dramatischen Lage vor Ort. Während des Einsatzes stellten die Feuerwehren aus Schlier und Bad Waldsee den Grundschutz für das restliche Schussental sicher.
Massive Schäden nach dem Großbrand in Weingarten
Die Bilanz des nächtlichen Einsatzes ist schwerwiegend. Eine Bewohnerin erlitt Verletzungen und musste zur weiteren Beobachtung in eine Klinik eingeliefert werden. Die Bewohner beider Haushälften verloren vorerst ihr Zuhause, da die Gebäude aufgrund der Brand- und Wasserschäden derzeit nicht bewohnbar sind; sie konnten vorübergehend privat untergebracht werden.
111 Feuerwehrkräfte im stundenlangen Einsatz
Insgesamt waren 111 Feuerwehrleute sowie 22 Rettungskräfte und zahlreiche Polizeibeamte bis tief in die Nacht gefordert. Erst gegen 02:30 Uhr konnte schließlich „Feuer schwarz“ gemeldet werden, nachdem die letzten versteckten Glutnester beseitigt worden waren. Auch der Energieversorger war präsent, um die Gas- und Stromzufuhr zum betroffenen Objekt zu unterbrechen.
Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen zur Brandursache sowie zur genauen Höhe des Sachschadens aufgenommen. Der Großbrand in Weingarten hinterlässt ein Trümmerfeld, dessen Sanierung nach ersten Schätzungen Monate in Anspruch nehmen wird.

