Nach einer verheerenden Naturkatastrophe in Südamerika ist eine umfassende internationale Hilfskette angelaufen. Die Einsatzkräfte der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. Regionalverband Rhein Main bereiten derzeit in enger Kooperation mit weiteren Hilfsorganisationen die Entsendung eines 28-köpfigen medizinischen Nothilfeteams vor. Hintergrund des dringenden Auslandseinsatzes sind zwei schwere Erdbeben, die weite Teile Venezuelas verwüstet und die dortige Infrastruktur massiv beschädigt haben. Das spezialisierte Emergency Medical Team (EMT) ist genau darauf ausgerichtet, in akuten Katastrophengebieten eine kontinuierliche ambulante Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen. Die Einheiten kommen immer dann zum Zug, wenn lokale Gesundheitsstrukturen vor Ort teilweise oder vollständig ausgefallen sind.
Komplexes Logistik-Management zwischen Frankfurt und Niedersachsen
Ein internationaler Soforteinsatz dieser Größenordnung erfordert im Vorfeld eine präzise logistische Vorplanung unter hohem Zeitdruck. Das verbandseigene SALT Airport Logistikteam begleitete bis in die späten Abendstunden die Verlegung des gesamten medizinischen Materials aus dem European Union Content Centre (EUCC) von Frankfurt nach Niedersachsen. Am Fliegerhorst Wunstorf wurde die Fracht für den Weitertransport vorbereitet. Gemeinsam mit der Bundeswehr und dem zuständigen Hauptzollamt leisteten die Helfer die zwingend erforderliche Zollabfertigung, um eine reibungslose Einfuhr der Hilfsgüter im Zielgebiet zu garantieren.
Abflug der Johanniter-Unfall-Hilfe vom Fliegerhorst Wunstorf und Ankunft im Krisengebiet
Das Team transportiert neben persönlicher Schutzausrüstung auch Tonnen an medizinischem Equipment in die Krisenregion.
Unterstützung durch die Malteser Deutschland im Nothilfeteam
Unterstützt werden die hessischen Helfer bei dieser Mission durch Spezialkräfte der Malteser Deutschland. Die Einsatzkräfte reisten geschlossen nach Wunstorf, von wo aus am späten Nachmittag der gemeinsame Weiterflug in Richtung Südamerika erfolgte. Nach Abschluss der letzten Kontrollen am Morgen befindet sich das medizinische Soforthilfe-Team mittlerweile in der Luft. Ausgestattet mit Notfallrucksäcken und speziellem medizinischem Gerät wird die planmäßige Ankunft der Rettungskräfte für den morgigen Mittag im betroffenen Erdbebengebiet erwartet.
Anerkennung für das Engagement der ehrenamtlichen Helfer
Die Führungskräfte sprachen allen beteiligten Akteuren vor und hinter den Kulissen ihren ausdrücklichen Dank für die Logistikarbeit aus. Nur durch das reibungslose Zusammenspiel der Bundeswehr, der Zollbehörden und der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. Regionalverband Rhein Main konnte die Einsatzbereitschaft innerhalb kürzester Zeit hergestellt werden. Wie lange der Einsatz der deutschen Helfer in den betroffenen Distrikten von Venezuela andauern wird, ist aufgrund der unübersichtlichen Lage vor Ort noch nicht absehbar.

