Eine großangelegte Großkontrolle auf der A7 bei Kassel hat am vergangenen Mittwoch die mangelhafte Sicherheit vieler Gütertransporte offengelegt. Zwischen 09:00 und 16:00 Uhr nahmen Beamte der Verkehrsinspektion des Polizeipräsidiums Nordhessen den Schwerverkehr an der Rastanlage Kassel Ost unter die Lupe. Unterstützt wurden sie dabei von Einsatzkräften aus fast allen hessischen Präsidien, Vertretern aus Niedersachsen, der Bundeswehr, dem BALM sowie dem Zoll. Das THW sorgte für die notwendige logistische Infrastruktur vor Ort. Insgesamt waren über 100 Personen an der Maßnahme beteiligt, die gezielt Gefahrgut-, Abfall- und Tiertransporte ins Visier nahm.
Erhebliche Mängel und Fahrverbote
Die Bilanz der Überprüfungen ist ernüchternd: Von den 129 kontrollierten Fahrzeugen wurde 15 Lkw die Weiterfahrt mit sofortiger Wirkung untersagt. Die Gründe waren vielfältig und teils lebensgefährlich. Die Beamten stellten verkehrsgefährdend beschädigte Reifen, mangelhaft gesicherte Ladungen und gravierende Fehler bei der Kennzeichnung von Gefahrgut fest. In einem besonders schweren Fall war ein Fahrer komplett ohne die erforderliche Fahrerlaubnis unterwegs.
Massive Verstöße bei der Großkontrolle auf der A7 bei Kassel
Neben technischen Mängeln spielten Verstöße gegen die Sozialvorschriften eine zentrale Rolle. Die Ermittler deckten zahlreiche Manipulationen an Kontrollgeräten auf, darunter das Fahren mit fremden Fahrerkarten. Dies zieht nicht nur Bußgelder nach sich, sondern begründet auch den Verdacht der Urkundenfälschung und des Fälschens technischer Aufzeichnungen.
Hohe Bußgelder und illegale Beschäftigung
Ein Fahrer aus einem Drittstaat wurde gestoppt, da er für ein polnisches Unternehmen innerhalb der EU arbeitete, ohne die notwendige Arbeitserlaubnis zu besitzen. Insgesamt fertigten die Behörden 52 Ordnungswidrigkeitsanzeigen im Bereich des Gefahrgutrechts und der Sozialvorschriften. Noch vor Ort mussten die Betroffenen Sicherheitsleistungen und Ordnungsgelder in einer Gesamthöhe von rund 7.500 Euro entrichten.
Die Kasseler Verkehrsinspektion zieht ein positives Fazit aus der vernetzten Zusammenarbeit der Behörden. Die hohe Quote an Beanstandungen unterstreiche die Notwendigkeit, solche spezialisierten Maßnahmen regelmäßig zu wiederholen. Auch künftig wird eine Großkontrolle auf der A7 bei Kassel ein wichtiges Instrument sein, um die Verkehrssicherheit auf einer der wichtigsten Nord-Süd-Achsen Deutschlands dauerhaft zu erhöhen.

