StartPolizeimeldungenGroßrazzia gegen Rockerkriminalität in NRW: 1.200 Beamte im Einsatz

Großrazzia gegen Rockerkriminalität in NRW: 1.200 Beamte im Einsatz

Zeitgleiche Durchsuchungen in ganz Nordrhein-Westfalen – Vereinsverbot gegen Leverkusener Rocker vollstreckt – Spezialeinheiten an 13 Zielobjekten im Einsatz – Festnahme in Langenfeld.

In einer konzertierten Aktion der ZeOS NRW und der Polizei Düsseldorf kam es am frühen Mittwochmorgen zu einer massiven Großrazzia gegen Rockerkriminalität in NRW. Mit einem Aufgebot von über 1.200 Beamtinnen und Beamten wurden zeitgleich ab 4:00 Uhr insgesamt 58 Objekte in zahlreichen Städten durchsucht. Der Einsatz richtete sich gegen den mittlerweile verbotenen Verein „Hells Angels Motorcycle Club Leverkusen“ sowie weitere Tatverdächtige aus dem Umfeld der Organisierten Kriminalität. Aufgrund von Gefährdungsbewertungen im Vorfeld wurden 13 der Zielobjekte durch Spezialeinheiten betreten.

Vermögenswerte und Beweismittel sichergestellt

Ziel der Maßnahmen war neben der Vollstreckung des Vereinsverbots vor allem die Beschlagnahme von Vereinsvermögen und die Sicherstellung von Beweismitteln. Die Bilanz des Einsatzes ist umfangreich: Es wurden Sach- und Vermögenswerte im hohen sechsstelligen Bereich sichergestellt. In Langenfeld gelang den Beamten zudem die Festnahme eines 46-jährigen Mannes gegen den ein Haftbefehl vorlag.

Die Bilanz der Großrazzia gegen Rockerkriminalität in NRW

Bis zum Nachmittag konnten die Ermittler eine beeindruckende Liste an sichergestellten Gegenständen vorlegen. Neben einer sechsstelligen Bargeldsumme und hochwertigen Uhren standen vor allem Waffen und Fahrzeuge im Fokus der Beamten.

Liste der Sicherstellungen (Stand 15:00 Uhr):

  • Fahrzeuge: 10 Motorräder (hauptsächlich Harley Davidson) und 3 Pkw.

  • Waffen: 9 Schusswaffen (darunter zwei Pistolen) sowie 26 Hieb- und Stichwaffen wie Macheten und Schlagringe.

  • Vereinsutensilien: 20 Kutten und weitere Devotionalien des verbotenen Clubs.

  • Drogen: 114 Einheiten verschiedener Substanzen, darunter Kokain, Marihuana und Testosteron.

Landesweiter Einsatzschwerpunkt

Die Durchsuchungen erstreckten sich über das gesamte Bundesland, von Großstädten wie Köln, Düsseldorf und Dortmund bis hin zu kleineren Kommunen wie Erkrath, Monheim und Wesel. Unterstützt wurde die Polizei Düsseldorf dabei vom Landeskriminalamt NRW sowie Kräften aus anderen Bundesländern.

Trotz des hohen Risikopotenzials verlief die Großrazzia gegen Rockerkriminalität in NRW weitgehend ohne Zwischenfälle; lediglich ein Polizeibeamter verletzte sich leicht ohne Fremdeinwirkung. Die Auswertung der sichergestellten Datenträger und Beweismittel wird die Ermittler der ZeOS NRW noch über einen längeren Zeitraum beschäftigen.