StartSicherheitHörgeräte für lärmbelastete Arbeitsplätze: Inklusion durch Technik

Hörgeräte für lärmbelastete Arbeitsplätze: Inklusion durch Technik

Knapp 1,2 Millionen Berufstätige in Deutschland nutzen Hörsysteme – Kombination aus Gehörschutz und Verstärkung wird flexibler – IFA informiert über zertifizierte Produkte – Maßnahme gegen Fachkräftemangel.

Moderne Hörgeräte für lärmbelastete Arbeitsplätze sind ein entscheidender Schlüssel für gelebte Inklusion in der Industrie und im Handwerk. In Deutschland tragen etwa 1,2 Millionen Erwerbstätige ein Hörgerät, doch wer in Lärmbereichen arbeitet, steht vor einer großen Herausforderung: Herkömmliche Geräte verstärken den Schall auch unter einem Kapselgehörschutz, was zu weiteren Gehörschäden führen kann. Die Lösung liegt in zertifizierten Systemen, die gleichzeitig verstärken und schützen – und hier gibt es nun deutlich mehr Flexibilität. Bisher mussten Betroffene oft auf teure Komplettsysteme zurückgreifen, deren Auswahl aufgrund aufwendiger Zulassungsverfahren begrenzt war.

Flexibilität durch kombinierbare Systeme

Das Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) hat den Weg für alternative Zulassungsverfahren geebnet. Statt nur starre Komplettsysteme zu zertifizieren, können nun geeignete Einzelkomponenten flexibler kombiniert werden. „Die Auswahl an Komplettsystemen ist begrenzt, da jede kleine Änderung eine Nachprüfung des Gesamtsystems nötig macht“, erklärt Dr. Sandra Dantscher, Gehörschutzexpertin beim IFA. Durch die getrennte Prüfung von Hörgerät und Ohrpassstück können Hörakustiker nun individuellere Lösungen anbieten.

Sicherheit durch spezielle Hörgeräte für lärmbelastete Arbeitsplätze

Die gesetzlichen Vorgaben sind streng: In Lärmbereichen ab einem Tages-Lärmexpositionspegel von 85 dB(A) ist Gehörschutz Pflicht. Für Menschen mit bestehender Hörminderung beginnt diese Pflicht bereits bei 80 dB(A), um eine Verschlechterung des Zustands zwingend zu verhindern. Ohne spezialisierte Technik bedeutete dies früher oft: Hörgerät raus, Gehörschutz auf – und damit das Ende jeder Kommunikation am Arbeitsplatz.

Beitrag gegen den Fachkräftemangel

In Zeiten alternder Belegschaften und zunehmenden Fachkräftemangels ist der Erhalt der Arbeitsfähigkeit essenziell. Wenn Hörgeräte für lärmbelastete Arbeitsplätze eine reibungslose Kommunikation trotz Schutzfunktion ermöglichen, sichert dies wertvolle Expertise in lärmintensiven Branchen. „Eine Versorgung, die neben dem Schutz auch gute Kommunikation gestattet, ist ein wichtiger Beitrag zur Teilhabe“, betont Dantscher.

Betriebe und Betroffene können sich auf der Website des IFA über aktuell zugelassene Produkte informieren. Die neuen Kombinationsmöglichkeiten sorgen dafür, dass Sicherheit und Inklusion am Arbeitsplatz kein Widerspruch mehr sein müssen.