Ein außergewöhnlicher Kokainfund auf der A44 bei Geseke beschäftigt derzeit die Justizbehörden. Wie das Hauptzollamt Bielefeld erst jetzt aus ermittlungstaktischen Gründen bekannt gab, kontrollierten Zöllner der Einheit aus Anröchte bereits am Mittwoch, den 11. Februar 2026, einen belgischen Pkw. Die 25-jährige Fahrerin gab an, auf dem Weg zu einem Familienbesuch in Niedersachsen zu sein, während ihr 56-jähriger Beifahrer schwieg. Die Beamten ließen sich jedoch nicht täuschen und nahmen den Wagen genauer unter die Lupe. Im Kofferraum stießen die Fahnder neben privatem Reisegepäck auf zwei vermeintlich harmlose Einkaufstüten, deren Inhalt sich als hochgradig illegal herausstellte.
Eistee-Kartons mit brisantem Inhalt
In einer gelben Tüte befanden sich zwei Tetra Paks, die laut Aufschrift Eistee enthalten sollten. Beim Abtasten der Verpackungen stellten die Zöllner jedoch Unregelmäßigkeiten fest. Nachdem sie den Boden eines Kartons aufschnitten, kamen drei mit schwarzem Panzertape umwickelte Pakete zum Vorschein. Eine Analyse mit einem Stoffdetektionsgerät bestätigte den Verdacht: Es handelte sich um reines Kokain.
Manipulation an Bord: Kokainfund auf der A44 bei Geseke
Doch das war noch nicht alles. In einer zweiten, roten Tüte befanden sich zwei Feuerlöscher, die ebenfalls manipuliert wirkten. Um diese sicher zu öffnen, forderte der Zoll Unterstützung bei der Feuer- und Rettungswache Lippstadt an. Die Einsatzkräfte der Feuerwehr öffneten die Behälter mit technischem Gerät und legten weitere 13 Pakete frei.
400.000 Euro Straßenverkaufswert
Insgesamt sicherte der Zoll rund acht Kilogramm Kokain. Laut Pressesprecher Ralf Wagenfeld hat das Rauschgift einen geschätzten Straßenverkaufswert von mindestens 400.000 Euro. Die Drogen wurden umgehend beschlagnahmt und die beiden Insassen vorläufig festgenommen.
Die Beschuldigten wurden auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Paderborn einem Haftrichter vorgeführt und befinden sich seitdem in Untersuchungshaft. Ihnen wird ein schwerer Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz in Verbindung mit Bannbruch vorgeworfen. Die weiteren Ermittlungen zum Kokainfund auf der A44 bei Geseke führt das Zollfahndungsamt Essen. Der Fall verdeutlicht einmal mehr die hohe Effektivität der regionalen Kontrolleinheiten im Kampf gegen den internationalen Rauschgiftschmuggel.

