StartPolizeimeldungenKontrollen in Euskirchen: Landrat ordnet strategische Fahndung an

Kontrollen in Euskirchen: Landrat ordnet strategische Fahndung an

Einsatzhundertschaft unterstützt die lokalen Beamten – Massiver Anstieg bei Platzverweisen nach Tumultlage vor Shisha-Bar – Gemeinsame Quattro-Streifen am Bahnhof.

Landrat und Behördenleiter Markus Ramers hat für den Innenstadtbereich eine erneute strategische Fahndung über einen Zeitraum von sechs Wochen angeordnet. Diese Maßnahme der Kreispolizeibehörde zielt darauf ab, die öffentliche Sicherheit zu stärken, Straftaten im öffentlichen Raum frühzeitig zu unterbinden und das allgemeine Sicherheitsgefühl der Bevölkerung nachhaltig zu verbessern. Das polizeiliche Instrument basiert auf dem Polizeigesetz des Landes Nordrhein-Westfalen und erlaubt es den Einsatzkräften, in kriminalitätsbelasteten Zonen anlassunabhängig Identitäten festzustellen sowie Personen und Fahrzeuge zu überprüfen.

Unterstützt wurden die regulären Kräfte dabei temporär durch Beamtinnen und Beamte der Bereitschaftspolizei (Einsatzhundertschaft). Die Kontrollen in Euskirchen wurden insbesondere nach einer schwerwiegenden Tumultlage am 18. Mai vor einer Shisha-Bar in der Spiegelstraße nochmals deutlich intensiviert.

Rückgang der reinen Überprüfungszahlen durch gestiegenen Überwachungsdruck

Die aktuelle statistische Auswertung der Behörde belegt, dass die kontinuierlichen Präsenzmaßnahmen der vergangenen Jahre eine spürbare Wirkung entfalten. Während bei den jeweils zwei strategischen Fahndungen in den Jahren 2024 und 2025 im Durchschnitt noch rund 720 Personen und 405 Fahrzeuge kontrolliert worden waren, sank diese Zahl im Rahmen der ersten Maßnahme des Jahres 2026 auf insgesamt 412 Personen und 158 Fahrzeuge. Die Polizei wertet diesen Rückgang ausdrücklich nicht als Abnahme der Dienstaktivität, sondern vielmehr als Resultat des gestiegenen Kontrolldrucks, der potenzielle Störer zunehmend aus dem Kerngebiet verdrängt.

Deutlicher Anstieg bei Platzverweisen und konkrete Fahndungserfolge bei Kontrollen in Euskirchen

Besonders prägnant stellt sich die Entwicklung bei den polizeilich ausgesprochenen Platzverweisen im Stadtgebiet dar.

Shisha-Bar-Vorfall sorgt für den Großteil der Platzverweise

Im Vergleich zu den Vorjahren, in denen der Durchschnittswert bei lediglich rund 20 Platzverweisen lag, verzeichneten die Beamten im aktuellen Kontrollzeitraum der Jahre 2026 insgesamt 87 Platzverweise. Allein 62 dieser Maßnahmen entfielen auf die konsequente Bewältigung und Deeskalation der Tumultlage in der Spiegelstraße. Die verbleibenden 25 Platzverweise bewegen sich im langjährigen Mittel und stehen primär im Kontext mit den intensivierten „Quattro-Streifen“. Bei diesen Streifengängen arbeiten die Kreispolizei, das Ordnungsamt der Stadt, die DB-Sicherheit und die Bundespolizei im Bahnhofsumfeld eng zusammen.

Festnahme nach Haftbefehl und Sicherstellung von Waffen

Im Zuge der engmaschigen Kontrollen in Euskirchen kam es zu mehreren nennenswerten Aufgriffen durch die Einsatzkräfte:

  • Klosterplatz: Bei einem 16-jährigen Jugendlichen aus Blankenheim stellten die Beamten einen verbotenen Teleskopschlagstock sicher und leiteten ein Verfahren wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz ein.

  • Bleigasse: Ein 28-jähriger Mann aus Euskirchen wurde beim mutmaßlichen Handel mit Cannabis beobachtet. Bei der anschließenden Durchsuchung wurden geringe Mengen Betäubungsmittel beschlagnahmt.

  • Entenpfuhl: Ein 50-jähriger Mann wurde kontrolliert, gegen den ein rechtskräftiger Haftbefehl wegen mehrerer Diebstahlsdelikte vorlag. Er wurde festgenommen und direkt in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert.

  • Innenstadt: Ein stark alkoholisierter (0,85 mg/l) und unter Cannabiseinfluss stehender 33-Jähriger missbrauchte mehrfach grundlos den Notruf. Da er trotz polizeilicher Belehrung uneinsichtig blieb, wurde er zur Verhinderung weiterer Straftaten in Gewahrsam genommen.

Die Kreispolizeibehörde kündigte an, die Kriminalitätsentwicklung im Innenstadtbereich auch weiterhin genau zu analysieren und die Präsenzkonzepte fortlaufend anzupassen.