Ein Messerangriff auf eine 66-jährige Lehrerin hat am Freitag, den 18. September 2026, an einer Mittelschule in Rom zu einem Polizeieinsatz geführt. Ein 13 Jahre alter Schüler attackierte die Lehrkraft Isabella Marsilio im Stadtteil Centocelle in den Räumlichkeiten der Mittelschule Giovanni Verga. Der Jugendliche sprühte ihr zunächst Pfefferspray ins Gesicht und verletzte sie anschließend durch drei Stiche in die Achselhöhle. Ein mutiger Mitschüler griff in das Geschehen ein und stoppte den Täter rechtzeitig.
Geplante Tat und Live-Übertragung
Den polizeilichen Erkenntnissen zufolge handelte es sich bei der Tat um ein im Vorfeld geplantes Vorgehen. Laut der Zeitung Il Giornale veröffentlichte der Schüler vor dem Messerangriff auf der Plattform TikTok einen Countdown mit der Aufschrift „5 Stunden“. In der Schule zog er sich auf einer Toilette um und setzte eine Schutzbrille sowie einen präparierten Helm auf, an dem ein Smartphone befestigt war. Als Letzter betrat er das Klassenzimmer, wobei er bereits in einen Gruppen-Videoanruf bei dem Messenger-Dienst Telegram eingewählt war und den Vorfall live übertrug. Die Ermittler werten derzeit die technischen Geräte des Jugendlichen aus, um die Zuschauer des Livestreams sowie mögliche Anstifter zu identifizieren.
Motiv und rechtliche Konsequenzen
Als Motiv nannte der Schüler die Wut über schlechte Noten und eine nach seiner Auffassung zu strenge Bewertung durch die Lehrkraft im vergangenen Schuljahr. Die verletzte Lehrerin, die kurz vor dem Ruhestand steht, wurde in ein Krankenhaus gebracht. Da keine Lebensgefahr bestand, konnte sie die Klinik noch am selben Tag verlassen. Gegenüber der Zeitung La Sicilia äußerte sie sich versöhnlich und gab an, dem Jungen zu verzeihen. Nach italienischem Recht ist der Täter aufgrund seines Alters nicht strafmündig. Die zuständige Jugendstaatsanwaltschaft wurde informiert, konnte jedoch nach diesem Messerangriff keine Haft anordnen.
Reaktionen aus der Politik
Der Vorfall rief direkte Reaktionen in der italienischen Politik hervor. Bildungsminister Giuseppe Valditara nahm Kontakt zur Schulleitung auf und drückte der betroffenen Lehrerin sowie der Schulgemeinschaft seine Solidarität aus. In einem Beitrag auf dem Netzwerk X forderte er als Konsequenz aus dem Geschehen, Minderjährigen unter 15 Jahren den Zugang zu einschlägigen sozialen Medien künftig gesetzlich zu verwehren.

