StartPolizeimeldungenMord verjährt nicht - 18-Jährige überlebt Messerangriff in Vorst

Mord verjährt nicht – 18-Jährige überlebt Messerangriff in Vorst

Die Kriminalpolizei rollt ein versuchtes Tötungsdelikt aus dem Jahr 1990 wieder auf. Moderne Analyseverfahren sollen nun Antworten auf die offenen Fragen liefern

Ein Cold Case um versuchten Mord aus dem Jahr 1990 rückt nach 36 Jahren erneut in den Fokus der Kriminalpolizei Mönchengladbach. Am 12. August 1990 wurde die damals 18-jährige Ewa M. in Vorst im Kreis Viersen Opfer eines schweren Gewaltverbrechens. Auf ihrem Heimweg von Krefeld griff ein bislang unbekannter Täter die junge Frau unvermittelt an, zog sie in einen Graben und verletzte sie mit zahlreichen Messerstichen lebensgefährlich. Der Täter ließ erst von ihr ab und flüchtete, als sie sich nicht mehr bewegte. Das Opfer überlebte den Überfall dank einer Notoperation. Nun erhoffen sich die Ermittler durch moderne kriminaltechnische Möglichkeiten und eine Neubewertung der Spurenlage neue Perspektiven zur Klärung der Tat.

Nächtlicher Angriff auf dem Heimweg

Die Rekonstruktion des damaligen Abends zeigt, dass Ewa M. gegen 20 Uhr zu Fuß auf dem kombinierten Geh- und Radweg der Landstraße 475 zwischen den Tönisvorster Stadtteilen St. Tönis und Vorst unterwegs war. Gegen 21:40 Uhr traf sie an einer Bushaltestelle auf eine Freundin, mit der sie sich kurze Zeit unterhielt, bevor sich ihre Wege trennten. Etwa 50 Meter vor dem Ortseingangsschild von Vorst ereignete sich schließlich der Überfall. Die Schwerverletzte konnte sich nach der Flucht des Täters aus eigener Kraft zurück in Richtung der Landstraße schleppen. Dort fand ein Fahrradfahrer die Frau gegen 22:10 Uhr auf dem Grünstreifen und alarmierte die Rettungskräfte.

Täterprofil und offene Fragen um versuchten Mord

Der flüchtige Täter wurde von dem Opfer als eher unauffällig beschrieben. Er soll akzentfreies Deutsch gesprochen haben und etwas größer als die 1,65 Meter große Frau gewesen sein. Die Ermittler schließen nicht aus, dass sich der Unbekannte bei dem heftigen Angriff mit der Klinge selbst im Bereich der Hände verletzt haben könnte. Zudem dürfte seine Kleidung durch die Tat mit Blut verunreinigt gewesen sein. Für das heute 54-jährige Opfer bleiben auch nach mehr als drei Jahrzehnten drängende Fragen offen – insbesondere, ob sie ein reines Zufallsopfer war und ob der Täter im Laufe der Zeit noch weitere Personen verletzt hat.

Aufruf zur Mithilfe aus der Bevölkerung

Für einen entscheidenden Durchbruch setzt die Polizei auf Hinweise aus der Bevölkerung. Die Beamten suchen nach Personen, die am Tatabend auf der L 475 unterwegs waren oder denen sich der Täter in den vergangenen Jahrzehnten anvertraut hat. Ein besonderes Augenmerk liegt auf einem Auto, das zur Tatzeit an einem abzweigenden Feldweg in Richtung Kehn in unmittelbarer Nähe des Tatorts geparkt war. Die Polizei nimmt alle sachdienlichen Hinweise, die in Einzelfällen auch vertraulich behandelt werden können, telefonisch unter der Rufnummer 02161 290 sowie per E-Mail (mk.vorst.Moenchengladbach@polizei.nrw.de) entgegen.