StartSicherheitOperation Power Off des BKA: Weltweiter Schlag gegen DDoS-Plattformen

Operation Power Off des BKA: Weltweiter Schlag gegen DDoS-Plattformen

In einem koordinierten Schlag gegen die internationale Internetkriminalität haben Strafverfolgungsbehörden weltweit Dutzende kriminelle Plattformen unschädlich gemacht. Die großangelegte Operation Power Off des BKA und der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) richtete sich gezielt gegen sogenannte „Stresserdienste“. Diese Portale ermöglichen es auch technischen Laien, gegen Bezahlung massive Überlastungsangriffe (DDoS) auf Webseiten und Infrastrukturen auszuführen, was weltweit zu erheblichen wirtschaftlichen Schäden führt. Unterstützt von Europol beteiligten sich insgesamt 21 Länder an den Maßnahmen. Dabei wurden allein in dieser Woche 16 Durchsuchungen durchgeführt, unter anderem in Brasilien und Polen.

Hauptverdächtiger Deutscher in Thailand gefasst

Ein besonderer Erfolg gelang bei der Identifizierung eines deutschen Staatsbürgers, der im Verdacht steht, zwei der weltweit bedeutendsten Stresserdienste – „Fluxstress“ und „Netdowner“ – betrieben zu haben. Der Beschuldigte wurde in Thailand festgenommen. Ihm wird das gewerbs- und bandenmäßige Betreiben krimineller Handelsplattformen vorgeworfen. Im Zuge der Ermittlungen wurden mehr als 40 Server sichergestellt, die direkt mit dem Verdächtigen in Verbindung stehen.

Prävention und Verfolgung bei der Operation Power Off des BKA

Die Ermittler blicken nun auf einen gewaltigen Datenschatz: Hinweise auf mehr als drei Millionen Nutzerdaten konnten seit Beginn der Kampagne gewonnen werden. Neben den Festnahmen – darunter drei Tatbeteiligte in Polen – setzen die Behörden verstärkt auf Abschreckung. Die deutschen Behörden planen, mehr als 50.000 Nutzer der abgeschalteten Dienste direkt zu kontaktieren, um sie auf die Strafbarkeit ihres Handelns hinzuweisen.

Kein harmloser Spaß: Gaming-Szene im Visier

Besonders junge Menschen, etwa aus der Online-Gaming-Szene, nutzen Stresserdienste oft, um sich Wettbewerbsvorteile zu verschaffen. „Das Stören fremder Systeme ist kein Spiel“, warnt Carsten Meywirth, Leiter der Abteilung Cybercrime beim BKA. Solche Angriffe stellen oft das „Einstiegstor“ in die schwere Cyberkriminalität dar.

Zusätzlich zur Abschaltung der Stresserdienste wurden über 50 Kommunikationsplattformen der Szene vom Netz genommen. Die Operation Power Off des BKA verdeutlicht, dass die vermeintliche Anonymität im Netz brüchig ist. „Cybercrime lohnt sich nicht“, so das Fazit der Ermittler. Die gewonnenen Daten der sichergestellten Server dienen nun als Basis für zahlreiche weitere Ermittlungsverfahren gegen die Kunden dieser kriminellen Dienste weltweit.