StartSicherheitPatiententransportgruppe geländegängig: Niedersachsens neue Retter

Patiententransportgruppe geländegängig: Niedersachsens neue Retter

Neun Spezial-Krankentransportwagen in Celle übergeben – Rettung aus unwegsamem Gelände im Fokus – Strategisches Konzept zur Evakuierung bei Hochwasser und Waldbrand.

Das Land Niedersachsen stärkt seinen Bevölkerungsschutz massiv gegen die Folgen von Extremwetterereignissen. Am 18.04.2026 übergab Innenministerin Daniela Behrens in Celle-Scheuen offiziell neun hochmoderne Krankentransportwagen für die neu geschaffenen Einheiten der Patiententransportgruppe geländegängig. Diese Spezialfahrzeuge auf Basis des Mercedes-Benz Unimog (U 4023) ermöglichen medizinische Hilfe dort, wo herkömmliche Rettungswagen aufgrund von Schlamm, Wasser oder Trümmern längst kapitulieren müssen. „Mit diesen Fahrzeugen erreichen wir einen Meilenstein“, erklärte Behrens bei der feierlichen Indienststellung. Die Einheiten sind darauf ausgelegt, nach schweren Unwettern oder bei großflächigen Überflutungen die Lücke in der Rettungskette zu schließen.

Hochwertressource Unimog: Technik für das Grobe

Die neuen Krankentransportwagen (KTW gl) mit Aufbauten der Firma BINZ sind echte Kraftpakete. Trotz ihrer robusten Bauweise verfügen sie über eine medizinische Ausstattung nach DIN-Norm (Typ B). Das einsatztaktische Konzept der Patiententransportgruppe geländegängig unterscheidet sich jedoch bewusst vom klassischen Rettungsdienst: Ziel ist nicht die langwierige Individualversorgung, sondern die schnelle Evakuierung möglichst vieler Menschen aus Gefahrenzonen.

Ein einzelner KTW gl kann flexibel bestückt werden: Er transportiert entweder drei liegende Patienten gleichzeitig oder eine Kombination aus sitzenden und liegenden Personen. Die Patienten werden aus dem unwegsamen Gebiet gerettet und an einer Übergabestelle an den regulären Rettungsdienst übergeben, damit die Unimogs sofort wieder ins Schadensgebiet zurückkehren können.

Einsatzspektrum der Patiententransportgruppe geländegängig

Die neuen Einheiten, die landesweit in drei Gruppen mit jeweils drei Fahrzeugen aufgeteilt sind, decken ein breites Aufgabenfeld ab. Sie kommen insbesondere dann zum Einsatz, wenn die Infrastruktur zerstört oder blockiert ist.

Vielseitige Fähigkeiten in der Krise

• Evakuierung: Rettung von Pflegebedürftigen und Verletzten aus überfluteten oder verschneiten Gebieten.

• Medizinische Notversorgung: Sicherstellung der Hilfe in Gebieten mit Erdrutschen oder zerstörten Straßen.

• Eigenschutz: Sanitätsdienstliche Absicherung für andere Fachdienste, wie etwa Waldbrandbekämpfungs-Einheiten (GFFF-V).

• Erkundung: Überprüfung der Passierbarkeit von Wegen in Krisengebieten.

Ob bei Sturmfluten, extremem Schneefall oder Waldbränden – die Patiententransportgruppe geländegängig fungiert als geländegängiges Bindeglied der Rettungskette. Mit dieser Investition setzt Niedersachsen einen bundesweiten Maßstab im modernen Katastrophenmanagement und rüstet sich aktiv gegen die zunehmenden Herausforderungen durch den Klimawandel.