StartFeuerwehreinsätzeSchiffsunfall auf dem Rhein bei Bingen: Tanker mit Gefahrgut havariert

Schiffsunfall auf dem Rhein bei Bingen: Tanker mit Gefahrgut havariert

629 Tonnen Leichtbenzin an Bord – Massiver Wassereinbruch im Maschinenraum – Feuerwehr Bingen im Dauereinsatz – Taucher und Havariekommissar sichern das Fahrzeug.

Ein brisanter Schiffsunfall auf dem Rhein bei Bingen hat am Freitag, den 24.04.2026, zu einem großangelegten Rettungseinsatz geführt. Gegen 09:49 Uhr kam es bei Rheinkilometer 535,500, in der Ortslage Trechtingshausen, zu einer folgenschweren Grundberührung eines Tankmotorschiffs. Das mit 629 Tonnen Heptan (Leichtbenzin) beladene Fahrzeug schlug infolge des Aufpralls leck, woraufhin massiv Wasser in den Vorschiffsbereich und den Maschinenraum eindrang. Der Havarist konnte sich noch aus eigener Kraft an den Schiffsliegeplatz im Binger Hafen retten, wo die Einsatzkräfte die Sicherungsmaßnahmen übernahmen.

Kampf gegen die Wassermassen

Beim Eintreffen der Feuerwehr Bingen am Rhein stand das Wasser im Maschinenraum bereits so hoch, dass der Bereich nahezu vollständig vollgelaufen war. Um ein Sinken des Tankers oder ein Austreten des hochentzündlichen Gefahrguts zu verhindern, kamen umgehend mehrere leistungsstarke Tauchpumpen zum Einsatz. Glücklicherweise hielten die Ladungstanks der Belastung stand, sodass bisher kein Leichtbenzin in den Rhein gelangt ist.

Langwierige Bergungsarbeiten nach Schiffsunfall auf dem Rhein bei Bingen

Die Komplexität des Einsatzes erforderte eine enge Zusammenarbeit verschiedener Fachkräfte. Neben der Wasserschutzpolizei und einem Havariekommissar wurde auch ein Taucher angefordert, um den Rumpf des Schiffes unter Wasser zu begutachten und abzudichten. Da sich die Maßnahmen über viele Stunden hinzogen, wurde ein umfangreicher Logistikabschnitt gebildet, an dem unter anderem die Wehren aus Bingerbrück und Waldalgesheim beteiligt waren.

Dank an die umliegenden Wehren

Besonderer Dank galt den Kräften der Feuerwehr Waldalgesheim, die mit ihrem Spezialfahrzeug „ARGO“ den Materialtransport unterstützten, sowie der Einheit aus Kempten, die den Grundschutz für das Stadtgebiet sicherstellte. Trotz der dramatischen Lage wurde niemand verletzt, und der Schiffsverkehr auf der vielbefahrenen Wasserstraße blieb weitgehend unbeeinträchtigt.

Der Einsatz beim Schiffsunfall auf dem Rhein bei Bingen dauerte bis in die späten Abendstunden an. Während die Feuerwehr die Abpumparbeiten fortsetzte, hat die Wasserschutzpolizei die Ermittlungen zur genauen Unfallursache aufgenommen. Experten prüfen nun, ob menschliches Versagen oder der aktuelle Wasserstand des Rheins zu der gefährlichen Grundberührung geführt haben.