StartPolizeimeldungenMillionenwert sichergestellt: Schlag gegen Betäubungsmittelkriminalität in NRW

Millionenwert sichergestellt: Schlag gegen Betäubungsmittelkriminalität in NRW

Zollfahndung Essen beschlagnahmt 1,5 Tonnen Marihuana – Internationales Schmuggelnetzwerk enttarnt

Anfang Januar 2026 gelang den Ermittlungsbehörden ein bedeutender Schlag gegen Betäubungsmittelkriminalität in NRW. Unter der Federführung der Zentral- und Ansprechstelle für die Verfolgung Organisierter Straftaten (ZeOS NRW) stellten rund 100 Einsatzkräfte des Zollfahndungsamtes Essen bei mehreren Durchsuchungen in Langenfeld und Solingen gigantische Mengen an Rauschgift sicher. Insgesamt beschlagnahmten die Beamten über 1,5 Tonnen Marihuana sowie erhebliche Mengen Haschisch und Kokain.

Frachtcontainer mit Bürostühlen als Tarnung

Der Ursprung des Verfahrens lag in einem Hinweis US-amerikanischer Behörden Ende 2025. Bei einer Kontrolle eines Containers von Kanada nach Deutschland entdeckten Ermittler rund 1,2 Tonnen Marihuana, die geschickt in einer Tarnladung aus Bürostühlen versteckt waren. Die Lieferanschrift führte die Fahnder direkt zu einem Lager in Langenfeld, das fortan unter strenger Beobachtung stand.

Spezialeinsatzkräfte beobachten Entladung beim Schlag gegen Betäubungsmittelkriminalität in NRW

Am 6. Januar 2026 schlug der Zoll schließlich zu, als vier Personen beobachtet wurden, wie sie den verdächtigen Container entluden. Die Männer wurden unmittelbar vorläufig festgenommen. Bei anschließenden Durchsuchungen von drei Wohn- und Lagerobjekten in Solingen und Langenfeld fanden die Beamten weitere 10 Kilogramm Marihuana und 29 Kilogramm Haschisch. Gegen den 38-jährigen Hauptverdächtigen aus Solingen wurde Haftbefehl erlassen.

Weitere Drogenlieferungen aus Spanien und Kanada abgefangen

Im Zuge der Beweismittelauswertung ergaben sich Hinweise auf weitere Schmuggelrouten. In Wülfrath konnten die Fahnder zwei Holzkisten aus Spanien abfangen, in denen sich weitere 300 Kilogramm Marihuana befanden. Bei der Abholung am 9. Januar wurde ein 54-jähriger Beschuldigter festgenommen. Weitere Razzien im März führten zur Sicherstellung von zusätzlichen 115 Kilogramm Marihuana, die ebenfalls aus Kanada stammten.

Straßenverkaufswert von über 15 Millionen Euro

Neben den gewaltigen Mengen an Cannabisprodukten stellten die Einsatzkräfte bei späteren Durchsuchungen in Solingen auch Kokain und zwei Schusswaffen sicher. Der geschätzte Straßenverkaufswert der gesamten Drogenfunde beläuft sich auf über 15 Millionen Euro. Da die Ermittlungen und die Auswertung der elektronischen Beweismittel noch andauern, wurde der Sachverhalt erst jetzt aus ermittlungstaktischen Gründen veröffentlicht.