StartPolizeimeldungenSchwerpunktkontrollen der Polizei und des Zolls: Großaktion im Dreiländereck

Schwerpunktkontrollen der Polizei und des Zolls: Großaktion im Dreiländereck

Behörden aus Deutschland, Belgien und den Niederlanden arbeiten Hand in Hand – Fokus auf Verkehrsdelikte, Rauschgiftkriminalität und Schwarzarbeit – Scan-Van und Spürhunde im Einsatz.

Umfangreiche Schwerpunktkontrollen der Polizei und des Zolls haben am Montag, den 8. Juni 2026, zu einer Vielzahl von Ermittlungsverfahren in der europäischen Grenzregion geführt. Zwischen 10:00 Uhr und 19:00 Uhr kontrollierten rund 400 Einsatzkräfte aus 23 Behörden koordiniert Fahrzeuge und Personen im Dreiländereck. Der deutsche Einsatzbereich erstreckte sich über die StädteRegion Aachen sowie die Kreise Heinsberg, Euskirchen und Düren. Ziel der grenzüberschreitenden Maßnahmen war die gezielte Bekämpfung von Alkohol- und Betäubungsmitteldelikten im Straßenverkehr sowie die Eindämmung von Eigentumskriminalität, Rauschgiftschmuggel und illegaler Einreise. Die Kontrollaktion stand in keinem Zusammenhang mit den derzeit obligatorischen Grenzkontrollen der Bundespolizei, wies jedoch bei den Einsatzzielen deutliche Schnittmengen auf.

Enge Kooperation von 23 Sicherheitsbehörden

In Deutschland waren neben den Polizeipräsidien Aachen und Köln auch die lokalen Kreispolizeibehörden, die Bundespolizei und das Hauptzollamt Aachen beteiligt. Auf niederländischer Seite operierten die Politie Limburg und die Koninklijke Marechaussee. In Belgien wurden die Kontrollen durch die Polizeizonen Weser-Göhl und Eifel sowie die Föderale Polizei Eupen durchgeführt, unterstützt durch die Autobahnpolizei Lüttich und das Zollamt Eupen. Insgesamt überprüften die Beamten länderübergreifend 1193 Fahrzeuge und 1794 Personen.

Zoll stellt Luxusfahrzeug sicher und ergreift gesuchten Straftäter

Die Bilanz des Zolls umfasst neben der Verkehrssicherheit auch erhebliche Erfolge im Bereich der Zollvergehen und der Kriminalitätsbekämpfung.

9.270 Euro Einfuhrabgaben nicht entrichtet

Das Hauptzollamt Aachen war mit über 40 Kräften, drei Rauschgiftspürhunden und einem mobilen Scan-Van zum Röntgen von Gepäckstücken im Einsatz. An einer Kontrollstelle stellten die Beamten einen SUV sicher. Der Fahrer, ein 28-jähriger bosnischer Staatsbürger mit Wohnsitz in Ungarn, führte das Fahrzeug als Drittlandsware in die Europäische Union ein, ohne die erforderliche Zollanmeldung abzugeben. Da der Mann die fälligen Einfuhrabgaben in Höhe von 9.270 Euro vor Ort nicht begleichen konnte, wurde der Wagen amtlich beschlagnahmt.

Festnahme eines zur Auslieferung ausgeschriebenen Mannes

Im Kreis Heinsberg gelang den Zöllnern des mobilen Kontrolldienstes die vorläufige Festnahme eines 30-jährigen ungarischen Staatsbürgers. Gegen den Mann lag ein internationaler Haftbefehl zur Auslieferung vor. Zudem führte er eine geringe Menge Kokain mit sich und lenkte sein Fahrzeug unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln, weshalb er für die weiteren Maßnahmen der Polizei übergeben wurde.

Finanzkontrolle Schwarzarbeit deckt Verstöße im Güterverkehr auf

Ein weiterer Schwerpunkt des Einsatztages lag auf der Überprüfung des gewerblichen Fahrpersonals im Grenzraum.

Verstöße gegen die Sofortmeldepflicht registriert

Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Aachener Zolls prüfte zahlreiche Lkw- und Busfahrer auf den Autobahnen. Die Ermittler leiteten unter anderem ein Strafverfahren wegen des Verdachts auf unberechtigten Bezug von Sozialleistungen ein. Zudem dokumentierten die Beamten diverse Verstöße gegen die gesetzliche Sofortmeldepflicht für neu eingestellte Arbeitnehmer sowie einen Fall von illegaler Beschäftigung ohne gültige Arbeitserlaubnis.

Unterstützung durch europäische Arbeitsbehörde

Die Zöllner wurden bei den Prüfungen von der europäischen Arbeitsbehörde „European Labour Authority“ (ELA) unterstützt, welche die Einhaltung von grenzüberschreitenden Arbeits- und Sozialrechten im Transportsektor überwacht. Die gemeinsamen Ermittlungen der Schwerpunktkontrollen der Polizei und des Zolls führten insgesamt zu 79 Strafanzeigen – darunter 22 wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz und sechs nach dem Aufenthaltsgesetz – sowie zu acht Festnahmen und 435 Ordnungswidrigkeitenanzeigen. Die Kontrollen im Grenzbereich werden in regelmäßigen Abständen fortgesetzt.