Umgang mit Gas in Wohnmobilen – Der Betrieb von Gasanlagen gehört für die meisten Camper zum Alltag. Ob für die warme Dusche am Morgen, das Kühlen der Lebensmittel im Absorberkühlschrank oder das Kochen auf dem Zwei-Flamm-Kocher – Flüssiggas ist aufgrund seiner hohen Energiedichte der Standardenergieträger im mobilen Reisen. Doch der Umgang mit Propan und Butan erfordert Fachwissen und Disziplin. Um die Sicherheit mit Gas in Wohnmobilen zu gewährleisten, müssen technische Standards, regelmäßige Prüfzyklen und sicherheitsbewusstes Nutzerverhalten ineinandergreifen.
Die technische Basis der Gasanlage
Eine Gasanlage im Wohnmobil ist ein geschlossenes System, das unter Druck steht. Das Herzstück bildet der Gasflaschenkasten, der baulich strikt vom Wohnraum getrennt sein muss. Da Flüssiggas schwerer als Luft ist, schreibt die Norm eine Bodenöffnung von mindestens 100 cm² vor, damit austretendes Gas direkt ins Freie abfließen kann.
Wesentliche Komponenten für die Sicherheit mit Gas in Wohnmobilen sind der Druckregler und die Schlauchleitungen. Der Regler reduziert den Flaschendruck auf den Betriebsdruck der Endgeräte (meist 30 mbar). Diese Bauteile altern durch Umwelteinflüsse und Materialermüdung. In Deutschland gilt die Regelung, dass Schläuche und Regler spätestens zehn Jahre nach ihrem Herstellungsdatum ausgetauscht werden müssen. Wer auch während der Fahrt heizen möchte, benötigt zudem einen Crashsensor, der bei einem Aufprall die Gaszufuhr sofort unterbricht.
Die Gasprüfung nach G 607
Ein zentraler Pfeiler für die Sicherheit mit Gas in Wohnmobilen ist die regelmäßige Inspektion durch zertifizierte Sachkundige. Die Prüfung nach dem Arbeitsblatt G 607 des DVGW (Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches) ist alle zwei Jahre vorgeschrieben. Dabei wird das System einer Dichtheitsprüfung mit Überdruck unterzogen. Zudem kontrolliert der Prüfer die Zündsicherungen an Kocher und Heizung sowie die Abgasführung. Ohne eine gültige gelbe Prüfbescheinigung verweigern viele Campingplatzbetreiber die Einfahrt, da die Sicherheit der gesamten Anlage im Vordergrund steht.
Präventionsmaßnahmen und Detektion
Trotz technisch einwandfreier Anlagen bleibt ein Restrisiko durch Bedienfehler oder unvorhergesehene Defekte. Hier setzen zusätzliche Schutzmaßnahmen an:
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Gaswarngeräte: Ein moderner Gaswarner ist eine sinnvolle Investition in die Sicherheit mit Gas in Wohnmobilen. Diese Geräte detektieren bereits geringe Konzentrationen von Propan und Butan. Da diese Gase zu Boden sinken, sollte der Sensor in Bodennähe montiert werden. Kombinationsgeräte warnen zudem vor Kohlenmonoxid (CO), das bei unvollständiger Verbrennung entsteht und geruchlos sowie hochgiftig ist.
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Lüftungskonzept: Beim Betrieb von Gasherd oder Backofen wird dem Innenraum Sauerstoff entzogen. Gleichzeitig entstehen Verbrennungsgase. Eine Zwangsbelüftung über Dachluken oder geöffnete Fenster ist daher zwingend erforderlich, um die CO2-Konzentration niedrig zu halten.
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Sichtprüfung: Nutzer sollten regelmäßig die Schlauchleitungen auf Risse oder Porosität untersuchen. Ein einfacher Test mit Lecksuchspray an den Verschraubungen kann bereits kleine Undichtigkeiten aufzeigen.
Richtiges Verhalten im Ernstfall
Sollte es trotz aller Vorsorge zu Gasgeruch kommen, ist besonnenes Handeln entscheidend für die Sicherheit mit Gas in Wohnmobilen. Der erste Schritt ist immer das Schließen der Schnellschlussventile im Innenraum und des Hauptventils an der Gasflasche. Es dürfen unter keinen Umständen elektrische Schalter betätigt werden, da selbst kleinste Funken eine Explosion auslösen könnten. Das Fahrzeug muss umgehend gelüftet und von allen Personen verlassen werden. Erst nach einer fachmännischen Reparatur und erneuten Druckprüfung darf die Anlage wieder in Betrieb genommen werden.

