Ein spektakulärer Unfall am Affolderner See hat am Wochenende zu einem Einsatz von Polizei und Feuerwehr geführt und zieht nun strafrechtliche Konsequenzen nach sich. In den Abendstunden des 4. Juni 2026 befuhr eine zunächst unbekannte Person mit einem Motorroller einen Waldweg zwischen den Ortschaften Affoldern und Hemfurth. Aus bislang ungeklärter Ursache verlor der Fahrer die Kontrolle über das Zweirad, kam vom Weg ab und stürzte einen rund acht Meter tiefen Abhang hinunter direkt in das Gewässer. Während das beschädigte Fahrzeug im See versank, gelang es dem Fahrer, sich eigenständig und unverletzt aus dem Wasser an das Ufer zu retten. Anstatt jedoch die Behörden zu informieren oder die Bergung des Fahrzeugs zu veranlassen, entfernte sich der Mann unerlaubt in unbekannte Richtung vom Unfallort.
Spaziergänger sichten das Wrack unter Wasser
Das verlassene Zweirad verblieb in der Folge unbemerkt im Uferbereich, bis am Samstagmittag, den 6. Juni 2026, ein Vater mit seinem Sohn auf dem betroffenen Waldweg spazieren ging. Die beiden entdeckten den Motorroller, der unter der Wasseroberfläche durchschimmerte, woraufhin der Vater umgehend die Polizei kontaktierte. Beamte der Wasserschutzpolizei Waldeck rückten daraufhin mit einem Polizeiboot an, um das versunkene Fahrzeug direkt vom Wasser aus zu begutachten. Ein Versicherungskennzeichen war an dem Roller nicht mehr angebracht.
Identifizierung des Halters und Umweltmaßnahmen der Feuerwehr bei Unfall am Affoldener See
Bei der Überprüfung des Zweirads stießen die Beamten auf entscheidende Details, die Aufschluss über den Verantwortlichen gaben.
Schlüssel steckte noch im Zündschloss
Die Einsatzkräfte stellten fest, dass sich der Fahrzeugschlüssel noch im Zündschloss befand. Zudem konnten im Inneren des Motorrollers Dokumente sichergestellt werden, die konkrete Hinweise auf den Halter lieferten. Für die technische Bergung des Zweirads wurde die Freiwillige Feuerwehr Edertal alarmiert, die den Roller mithilfe eines Feuerwehrboots aus dem Wasser zog und sicher an Land verbrachte. Da geringe Mengen an Betriebsflüssigkeiten in den See ausgetreten waren, banden die Feuerwehrleute die Substanzen umgehend mit Spezialmittel ab, um Umweltschäden zu minimieren.
Strafverfahren gegen 42-jährigen Halter eingeleitet
Die polizeilichen Ermittlungen richten sich nun gegen den Halter des Rollers, einen 42-jährigen Mann aus Bad Wildungen. Er steht im dringenden Verdacht, das Fahrzeug während der Sturzfahrt gesteuert und anschließend im Gewässer zurückgelassen zu haben. Auf den mutmaßlichen Verursacher kommt nun ein Strafverfahren wegen Gewässerverunreinigung sowie ein Verfahren wegen des Verstoßes gegen naturschutzrechtliche Bestimmungen zu. Zudem muss der Bad Wildunger mit erheblichen finanziellen Folgen rechnen, da ihm der gesamte Rettungs- und Bergeeinsatz der Freiwilligen Feuerwehr Edertal offiziell in Rechnung gestellt wird. Die Ermittlungen zu den genauen Hintergründen, die zu dem Unfall am Affolderner See führten, dauern an.

