Auf der Rastanlage Gräfenhausen-Ost an der Autobahn 5 bei Weiterstadt fand am Donnerstag, den 13. August 2026, eine groß angelegte Überwachung statt. Südhessische Beamte erhielten bei dieser Aktion tatkräftige Unterstützung von spezialisierten Einsatzkräften aus Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Bayern sowie weiteren hessischen Präsidien. Auch der Zoll, das Regierungspräsidium Darmstadt und die lokalen Veterinärämter beteiligten sich an der aufwendigen Maßnahme. Im Fokus der Ermittler standen vor allem die strikte Einhaltung der gesetzlichen Lenkzeiten und Ruhezeiten sowie der allgemeine technische Zustand der Karossen.
Mängel und hohe Sicherheitsleistungen
Die Bilanz nach dem Abschluss dieser umfassenden Kontrolle fiel aus Sicht der Behörden ernüchternd aus. Insgesamt nahmen die Beamten 21 Reisebusse, 34 Fahrer und über 340 Fahrgäste unter die Lupe. Sechs Fahrzeuge blieben bei den Überprüfungen ohne jegliche Beanstandung. Fünf Busse wiesen gravierende technische Mängel auf, in vier schweren Fällen untersagte die Polizei die Weiterfahrt sogar komplett. Um die nun anstehenden Ermittlungsverfahren rechtlich abzusichern, behielten die Ordnungshüter Sicherheitsleistungen in einer Gesamthöhe von über 13.000 Euro ein.
Gefälschte Zeiten und fremde Karten
Bei einem Fahrzeug im Linienverkehr zwischen der Ukraine und Deutschland deckten die Einsatzkräfte während der Kontrolle einen Betrug auf. Einer der beiden Fahrer nutzte fremde Fahrerkarten, um seine Lenkzeitüberschreitungen zu verschleiern. Die Beamten fanden die Dokumente bei einer Durchsuchung und stellten sie sicher, sodass sich der Mann nun in einem Strafverfahren verantworten muss. In einem weiteren Fall zwischen dem Kosovo und Deutschland versteckten zwei Fahrer Schaublätter des analogen Fahrtenschreibers vom Vortag. Aufgrund einer gemeinsam ermittelten Lenkzeit von über 23 Stunden und einem festgestellten Ölverlust an der Hinterachse endete die Fahrt an Ort und Stelle. Die Passagiere mussten auf der Rastanlage ausharren und auf einen Ersatzbus ausweichen.
Falsche Ruhezeiten und illegales Fleisch
Auch bei zwei Bussen aus Bosnien-Herzegowina und Serbien griffen die Beamten im Rahmen dieser Kontrolle durch. Hier waren jeweils drei Fahrer an Bord. Ein Chauffeur steuerte den Bus bis zur Landesgrenze, bevor die beiden anderen übernahmen. Die wartenden Kollegen befanden sich jedoch von Beginn an im Fahrzeug und verbuchten diese stundenlange Bereitschaftszeit fälschlicherweise manuell als Ruhezeit. Wegen der dadurch unterschrittenen täglichen Ruhezeiten wurde auch ihnen die Weiterfahrt untersagt. Für zusätzliches Aufsehen sorgte ein Bus aus Mazedonien. Hier stellten Zoll und Veterinäramt bei der Überprüfung der Fahrgäste insgesamt zehn Kilogramm illegal eingeführtes Fleisch sicher, welches im Anschluss direkt vernichtet wurde.

