Besonderes Engagement für das Gemeinwohl stand am Mittwoch, den 15.04.2026, im Mittelpunkt einer Feierstunde im Polizeipräsidium Rüttenscheid. Polizeipräsident Andreas Stüve verlieh mehreren Bürgern einen Preis für herausragende Zivilcourage in Essen. Geehrt wurden Männer und Frauen, die im vergangenen Jahr in lebensbedrohlichen Situationen nicht weggeschaut, sondern entschlossen gehandelt haben. „Was Sie getan haben, ist nicht selbstverständlich“, betonte Stüve in seiner anerkennenden Rede vor den vier Preisträgern. Einer der Geehrten ist Sascha-Daniel M., der im Juli 2025 am Niederfeldsee zum Lebensretter wurde. Er bemerkte drei spielende Kinder, die plötzlich leblos im Wasser trieben. Ohne zu zögern, sprang er in den See und zog die drei-, sieben- und neunjährigen Kinder an Land. Ein dreijähriges Mädchen musste er sogar erfolgreich reanimieren, bis sie wieder zu Bewusstsein kam.
Mut nach Messerattacke am Berufskolleg
Ein weiteres Beispiel für Zivilcourage in Essen zeigten Hannah S. und Enrico P. im September letzten Jahres. Nach einem brutalen Messerangriff eines Schülers auf eine Lehrerin stießen die beiden jungen Erwachsenen im Schulflur auf die Schwerverletzte. Trotz der Ungewissheit, ob der bewaffnete Täter zurückkehren würde, leisteten sie Erste Hilfe. Auf die Frage des Polizeipräsidenten nach ihrer Angst antworteten sie bescheiden: „Doch, aber wir haben trotzdem geholfen.“
Fachwissen rettet Leben: Zivilcourage in Essen-Kupferdreh
Auch Angelina A. wurde für ihren Einsatz geehrt. Sie leistete im September 2025 Erste Hilfe, als eine 84-jährige Seniorin von einem Lkw überrollt wurde. Gemeinsam mit anderen Pflegekräften, die zufällig in der Nähe waren, band sie die lebensgefährlichen Verletzungen mit Gürteln ab. „Wir hatten zum Glück das Know-how“, erinnerte sich die Ersthelferin. Trotz des professionellen Einsatzes verstarb die Seniorin leider zwei Wochen später im Krankenhaus – dennoch würdigte die Polizei den unermüdlichen Kampf um das Leben der Frau.
Ein Zeichen gegen das Wegschauen
Zum Abschluss der Verleihung hob Andreas Stüve hervor, dass Hilfeleistung viele Gesichter haben kann. Oft reiche es schon, den Notruf zu wählen oder Hilfe zu organisieren. Die Geehrten jedoch seien weit über das normale Maß hinausgegangen und hätten teils ihre eigene Gesundheit riskiert. Der Preis für Zivilcourage in Essen soll nicht nur eine Anerkennung für die Betroffenen sein, sondern auch andere Bürger dazu ermutigen, in Notsituationen Verantwortung zu übernehmen und Zivilcourage zu zeigen.

