Ein lebensgefährlicher Gefahrguteinsatz an der Berghofer Straße hat am Montag, den 30.03.2026, einen massiven Einsatz von Feuerwehr und Rettungsdienst ausgelöst. Gegen 16:00 Uhr wurden die Einsatzkräfte alarmiert, nachdem in einer Industriehalle bei laufenden Arbeiten hochgiftiges Natriumcyanid aus einem Fass ausgetreten war. Insgesamt waren elf Personen von dem Vorfall betroffen, von denen drei zur weiteren stationären Behandlung in umliegende Krankenhäuser transportiert werden mussten. Natriumcyanid, das Salz der Blausäure, gilt in der Industrie als extrem gefährlich. Da es sehr gut wasserlöslich ist, bildet es bei Kontakt mit Feuchtigkeit das tödliche Gas Cyanwasserstoff. Dieses kann bereits bei einfachem Hautkontakt, Einatmen oder Verschlucken unmittelbar lebensgefährlich wirken.
Spezialeinheit Dekontamination im Großeinsatz
Aufgrund der hohen Toxizität wurde neben der klassischen ABC-Gefahrenabwehr sofort die Spezialeinheit für Dekontamination angefordert. Da eine Berührung mit dem Gefahrstoff bei den Arbeitern in der Halle nicht ausgeschlossen werden konnte, wurde deren Kleidung unter strengen Sicherheitsvorkehrungen grob gereinigt und luftdicht verpackt. Um eine Verschleppung des hochgiftigen Stoffes in unbelastete Bereiche zu vermeiden, mussten sich auch die eingesetzten Feuerwehrkräfte einer umfassenden Dekontamination unterziehen. Insgesamt waren mehr als 120 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr, diverser Löschzüge der Freiwilligen Feuerwehr und des Rettungsdienstes vor Ort tätig.
Ermittlungen nach dem Gefahrguteinsatz an der Berghofer Straße
Gegen 19:00 Uhr konnten die technischen Maßnahmen der Feuerwehr beendet und die Einsatzstelle an die Polizei übergeben werden. Die Beamten haben bereits mehrere Anzeigen erstattet, da der Verdacht auf Körperverletzung sowie auf eine illegale Entsorgung von Gefahrstoffen besteht.
Fachfirma übernimmt Entsorgung
Zur endgültigen Sicherung und fachgerechten Entsorgung des betroffenen Fasses wurde eine spezialisierte Fachfirma beauftragt. Während der gesamten Dauer der Rettungs- und Sicherungsmaßnahmen blieb die Berghofer Straße in beide Fahrtrichtungen für den Verkehr voll gesperrt.
Die genauen Hintergründe, wie es zu diesem schweren Unfall kommen konnte, werden nun von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) detailliert untersucht. Der Gefahrguteinsatz an der Berghofer Straße verdeutlicht erneut die Risiken beim Umgang mit chemischen Substanzen im industriellen Umfeld.

