Ein Fest für alle Generationen und ein lebendiges Stück Zeitgeschichte: Der Kurpfälzer Verein für Feuerwehrgeschichte in Mannheim e.V. verzeichnet einen überaus erfolgreichen Tag der offenen Tür. Bei bestem Sommerwetter strömten zahlreiche technikbegeisterte Besucher und Familien auf das Gelände der ehemaligen Stem-Kaserne. Im Zentrum des Interesses stand eine lückenlose Chronik der Brandbekämpfung im Wandel der Jahrzehnte, die durch eine Vielzahl historischer Exponate und Gastfahrzeuge aus der gesamten Region eindrucksvoll dargestellt wurde. Das unverkennbare Highlight der Fahrzeugausstellung bildete das vereinseigene Tanklöschfahrzeug TLF 16-3 aus dem Jahr 1966, ein echtes Mannheimer Original.
Deftiger Erbseneintopf und wichtige Aufklärung zum Brandschutz
Neben der Fahrzeugschau kam auch das leibliche Wohl im Stil eines zünftigen Feuerwehrfestes nicht zu kurz. Ein deftiger Erbseneintopf wurde standesgemäß direkt aus einer historischen Gulaschkanone portioniert, ergänzt durch Spezialitäten vom Grill sowie ein großes Kaffee- und Kuchenbuffet. Großer Beliebtheit erfreuten sich zudem die praktischen Vorführungen im Tagesverlauf. Bei einer spektakulären Fettbrandexplosion demonstrierten die Experten hautnah, welche verheerenden Folgen das Löschen eines Küchenbrandes mit Wasser hat. Eine zweite Demonstration von Dieter Nicolai verdeutlichte überdies die physikalischen Druckwellen bei unkontrollierten Gasausströmungen.
Vom Sonderkonto zur denkmalgeschützten Wagenhalle in Mannheim-Suebenheim – Feuerwehrgeschichte in Mannheim
Die Wurzeln des heutigen Vereins, der am 8. Juni 2009 offiziell gegründet wurde, liegen im Engagement für den Erhalt eines ausgemusterten Tanklöschfahrzeugs.
US-Army nutzte das Areal einst als Instandsetzungsstützpunkt
Seit dem Jahr 2021 hat der Verein für Feuerwehrgeschichte in Mannheim sein festes Zuhause in der Suebenstraße 36 gefunden. Bei dem Objekt handelt es sich um die denkmalgeschützte Wagenhalle der ehemaligen Stem-Kaserne, die in den 1930er-Jahren vom Architekten Paul Schmitthenner errichtet wurde. Das markante Backsteingebäude diente ursprünglich als Straßenmeisterei der Reichsautobahn, ehe es nach dem Zweiten Weltkrieg von der US-Army unter anderem als Werkstatt für die bekannten Willys Jeeps sowie als Sitz der Highway-Patrol genutzt wurde. After dem Abzug der Amerikaner im Jahr 2009 verfiel das abgesperrte Areal zusehends.
Sanierung erfolgt in mühsamer Eigenleistung
Nach einem Großbrand im Jahr 2016 und dem anschließenden Teilabriss von Nebengebäuden mietete der Verein das vom Vandalismus geprägte Objekt Ende 2018 von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) an. Mit unermüdlichem ehrenamtlichem Einsatz sanierten die Mitglieder die Halle Schritt für Schritt, bauten die Energieversorgung wieder auf und richteten die funktionale „Pullmanwerkstatt“ ein. Da die Erhaltung der Feuerwehrgeschichte in Mannheim rein ehrenamtlich erfolgt, ist der gemeinnützige Verein dauerhaft auf Spenden, Sachwerte wie historische Ausrüstungsteile und neue Mitglieder angewiesen.

