StartFeuerwehreinsätzeGroßbrand in Simmozheim: Restmüll auf Entsorgungsanlage brennt

Großbrand in Simmozheim: Restmüll auf Entsorgungsanlage brennt

Restmüll brennt in einer Betonschale im Vollbrand – Wasserversorgung über kilometerlange Leitungen aufgebaut – Drohnengruppe überwacht die Glutnester aus der Luft.

Ein schwerer Großbrand in Simmozheim hat am Samstagabend, den 20. Juni 2026, zu einem massiven Aufgebot an Rettungskräften im Landkreis Calw geführt. Gegen 19:13 Uhr ging der Alarm bei den zuständigen Feuerwehren des Gemeindeverwaltungsverbands (GVV) Althengstett-Simmozheim-Ostelsheim-Gechingen ein. Auf der dortigen Entsorgungsanlage war der gelagerte Restmüll auf einer Gesamtfläche von rund 1.500 Quadratmetern in Brand geraten. Da der Unrat beim Eintreffen der ersten Einheiten bereits im Vollbrand stand und eine dichte Rauchwolke weithin sichtbar war, veranlasste die Einsatzleitung umgehend eine offizielle Bevölkerungswarnung. Die primäre Aufgabe der eintreffenden Einheiten bestand darin, eine weitere Ausbreitung des Feuers auf angrenzende Areale zu verhindern.

Logistischer Aufwand für eine stabile Löschwasserversorgung

Um den massiven Löschangriff abzusichern, mussten die Einsatzkräfte unter der Leitung von Kreisbrandmeister Bernd Meyer eine umfassende Wasserversorgung aufbauen. Neben den vorhandenen Hydranten auf dem Anlagengelände verlegten die Trupps zwei rund einen Kilometer lange B-Schlauchleitungen. Diese führten direkt zum Wasserhochbehälter der Schwarzwaldwasserversorgung nahe der Kreisstraße. Für die gezielte Brandbekämpfung in der betroffenen Betonschale kamen im Anschluss der Teleskopgelenkmast der Feuerwehr Althengstett sowie der Wasserwerfer der Feuerwehr Calw zum Einsatz.

Aufwändige Nachlöscharbeiten mit schwerem Gerät und Brandwache bei Großbrand in Simmozheim

Nachdem die offenen Flammen durch den massiven Wassereinsatz weitgehend eingedämmt waren, begannen die langwierigen Nachlöscharbeiten.

AWG-Bagger zieht die brennenden Müllberge auseinander

Unterstützt wurde die Feuerwehr durch den Betreiber der Anlage, die Abfallwirtschaftsgesellschaft (AWG). Mit einem schweren Bagger zog ein Mitarbeiter den dicht komprimierten Müll schrittweise auseinander. Hierbei flammten verdeckte Glutnester immer wieder unvorhersehbar auf, die von den Feuerwehrleuten mit handgeführten Strahlrohren unmittelbar abgelöscht wurden. Parallel dazu überwachte die Drohnengruppe des Landkreises das Geschehen aus der Luft. Die Spezialkräfte kontrollierten mittels Wärmebildkameras kontinuierlich die Temperaturentwicklung des Brandherdes.

49 Brandschutzkräfte bis zum Sonntagmorgen im Einsatz gebunden

Insgesamt befand sich ein Aufgebot von 49 Brandschutzkräften mit 14 Einsatzfahrzeugen vor Ort. Unterstützt wurden sie von zwei Polizeistreifen sowie dem Rettungsdienst. Die sanitätsdienstliche Absicherung und die Versorgung der Trupps mit Getränken übernahm im Verlauf der DRK-Ortsverein Calw mit zwölf Helfern. Nach dem Abschluss der intensiven Löscharbeiten stellten die Einheiten eine Brandwache bis in die frühen Morgenstunden auf. Personen wurden nicht verletzt. Die Ermittlungen zur bislang unklaren Ursache, die den Großbrand in Simmozheim auslöste, wurden von den Behörden aufgenommen.