Eine sexuelle Belästigung am Münchner Hauptbahnhof beschäftigte in der Nacht zum Donnerstag, den 6. August 2026, die Beamten der Bundespolizei. Gegen 2:15 Uhr alarmierte eine 43-jährige Deutsche die Einsatzleitstelle über eine installierte Kommunikationsstele am Bahnsteigkopf. Sie schilderte den Beamten einen übergriffigen Vorfall, der sich kurz zuvor ereignet hatte. Demnach hatte die Frau auf einer Sitzgelegenheit am Bahnsteig der Gleise 14 und 15 geschlafen. In dieser wehrlosen Situation soll ein ihr unbekannter Mann an sie herangetreten sein und sie mehrfach unsittlich berührt haben. Die Frau wachte auf und signalisierte dem Täter daraufhin unmissverständlich, diese Handlungen sofort zu unterlassen.
Videoauswertung führt zur schnellen Festnahme
Die anschließende Sichtung der Videoüberwachung am Bahnsteig bestätigte die Schilderungen des Opfers. Anhand der gesicherten Aufnahmen sowie aufgrund eines bereits zurückliegenden Sachverhalts gelang es den Ermittlern schnell, den zunächst flüchtigen Tatverdächtigen zu identifizieren. Rund 14 Stunden später schlug die Polizei dann zu. Gegen 16:15 Uhr erkannte eine Streife der Bundespolizei den 44-jährigen rumänischen Staatsangehörigen im Hauptbahnhof wieder und nahm den wohnsitzlosen Mann widerstandslos fest. Ein durchgeführter Atemalkoholtest ergab bei ihm einen beachtlichen Wert von rund 3,3 Promille.
Richtervorführung und moderne Notruftechnik im Einsatz
Nach einer ärztlichen Feststellung seiner Gewahrsamsfähigkeit wurde der stark alkoholisierte Mann direkt in die Haftanstalt des Polizeipräsidiums München eingeliefert. Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft München I ist zudem die Vorführung des Beschuldigten beim Haftrichter für den heutigen Freitag angeordnet worden. Die Bundespolizei ermittelt nun vollumfänglich wegen des Verdachts auf sexuelle Belästigung. Dass die Beamten den Sachverhalt überhaupt so schnell aufnehmen konnten, ist auch der modernen Technik vor Ort zu verdanken. Seit Juli des vergangenen Jahres steht Reisenden am Gleis 22 und 23 eine barrierefreie Notrufsäule zur Verfügung, die das Sicherheitskonzept während der Baumaßnahmen ergänzt. Per Knopfdruck lässt sich darüber direkter Kontakt zur Leitstelle aufnehmen, wodurch im Bedarfsfall ohne jede Verzögerung Einsatzkräfte entsandt werden können.

