Ein Cold Case aus dem Jahr 1995 beschäftigt aktuell die Kriminalpolizei Mönchengladbach und führt durch neu gesicherte Beweismittel möglicherweise zu einem späten Durchbruch. Am 25. Januar 1995 drangen unbekannte Täter gegen 8:30 Uhr in eine Filiale eines Lebensmittelmarktes an der Hochstraße in St. Tönis ein. Im Gebäude, das heute ein Haushaltswarengeschäft beherbergt, überwältigten sie die damals 24-jährige Filialleiterin Sonja K., die mit dem Einräumen von Waren beschäftigt war. Die Täter fesselten und knebelten die junge Frau, entwendeten mehrere Tausend Mark aus dem Tresor und erdrosselten das Opfer anschließend.
Seit der Tat fehlt zudem ein Schlüsselbund mit Zugängen zum Haupteingang und zum Tresor. Die Kriminalpolizei geht bei der Rekonstruktion davon aus, dass mehrere Personen gemeinschaftlich handelten und über spezifische Kenntnisse der internen Abläufe verfügten.
Moderne Untersuchungsmethoden
Im Rahmen einer aktuellen Öffentlichkeitskampagne wird dieser Cold Case mit modernen kriminaltechnischen Methoden neu aufgerollt. Den Ermittlern ist es gelungen, Spurenmaterial aus dem Jahr 1995 zu sichern, das nun mit aktuellen Verfahren ausgewertet wird. Die Kriminalpolizei sicherte neue DNA-Spuren und führte in der Folge zahlreiche Vergleichsproben durch. Rettungskräfte, Polizeibeamte sowie Personen aus dem beruflichen und privaten Umfeld des Opfers gaben Speichelproben ab. Einige Spuren konnten bereits zugeordnet und die entsprechenden Personen als Täter ausgeschlossen werden. Die Auswertung der verbleibenden Proben dauert weiter an.
Aufruf zu Beobachtungen am Tatort
Für die weitere Aufklärung des Verbrechens ist die Polizei auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen. Insbesondere suchen die Ermittler nach zwei Personen, die sich am Tatmorgen gegen 8:05 Uhr vor dem Haupteingang der Filiale aufgehalten haben sollen. Eine dieser Personen wird als männlich, etwa 15 bis 17 Jahre alt und 1,60 bis 1,65 Meter groß beschrieben. Sie war dunkel gekleidet und trug eine Baseballmütze. Die zweite Person trug ebenfalls dunkle Kleidung. Wer Angaben zu diesen Zeugen machen kann oder wem sich im Laufe der Zeit Personen mit Täterwissen anvertraut haben, wird gebeten, sich bei den Behörden zu melden.
Belohnung für entscheidende Hinweise
Das ungeklärte Verbrechen stellt für die Familie des Opfers bis heute eine Belastung dar. Sonja K. plante für den Sommer 1995 ihre Hochzeit und die Gründung einer Familie. Ihre Eltern verstarben in den vergangenen Jahren, ohne Gewissheit über die Täter zu erlangen. Die Brüder des Opfers hoffen nun auf einen Abschluss durch die fortgeführten Ermittlungen. Für Hinweise, die zur Aufklärung der Tat und zur Ermittlung der Verantwortlichen führen, ist eine Belohnung in Höhe von 5.000 Euro ausgesetzt. Die Polizei nimmt sachdienliche Informationen unter der Rufnummer 02161 290 sowie per E-Mail entgegen.

