StartPolizeimeldungenBahnsperrung wegen entlaufener Pferde auf den Gleisen

Bahnsperrung wegen entlaufener Pferde auf den Gleisen

Am Montag entdeckte ein Lokführer drei Pferde im Gleisbett. Die Bundespolizei musste anrücken und den betroffenen Streckenabschnitt absichern

Eine Bahnsperrung zwischen den Bahnhöfen Radebeul-Nauendorf und Niederwartha beeinträchtigte am Montag, den 13. Juli 2026, den regionalen Schienenverkehr. Auslöser für den behördlichen Einsatz waren drei entlaufene Pferde, die sich im unmittelbaren Gefahrenbereich der Schienen aufhielten.

Meldung durch den Lokführer

Gegen 05:48 Uhr befand sich ein regulärer Zug auf der Fahrt auf dem Streckenabschnitt bei Radebeul. Der diensthabende Lokführer erkannte während der Fahrt drei große Tiere im direkten Gleisbereich. Der Zug musste auf freier Strecke zum Stehen gebracht werden.

Im Anschluss informierte das Fahrpersonal die zuständige Notfallleitstelle der Bahn über das Hindernis. Diese Meldung resultierte in einer sofortigen Bahnsperrung für den gesamten Streckenabschnitt in beide Fahrtrichtungen. Diese Vorkehrung ist obligatorisch, um eine Kollision mit den Tieren und eine damit einhergehende Gefährdung für das Zugpersonal sowie die Fahrgäste auszuschließen. Ein Aufprall mit Großtieren wie Pferden birgt ein Risiko für massive Sachschäden an den Triebwagen sowie für eine potenzielle Entgleisung.

Bundespolizei sichert die Tiere im Gleisbereich

Nach der Meldung und der erfolgten Streckensperrung entsandte die Bundespolizeiinspektion Dresden Einsatzkräfte zum Ort des Geschehens. Die Polizisten näherten sich den Tieren im Gleisbett. Ihnen gelang es im weiteren Verlauf des Einsatzes, die drei Pferde einzufangen und strukturiert aus dem Gefahrenbereich zu führen. Durch das Vorgehen der Beamten blieben die Tiere unversehrt. Die Abwehr von Gefahren für den Bahnverkehr und der Schutz von Sachwerten stehen bei solchen Einsätzen im Vordergrund.

Übergabe an die Besitzer und Ursachenforschung

Noch während der andauernden Einsatzmaßnahmen vor Ort trafen Mitarbeiter eines angrenzenden Pferdehofes an der Strecke ein. Die Beamten der Bundespolizei übergaben die eingefangenen Tiere an die Verantwortlichen, welche die Pferde anschließend zurück auf das dazugehörige Koppelgelände brachten.

Parallel zur Rückführung der Tiere begannen die Polizisten mit der Ermittlung der Ursache für den Ausbruch. Bei der Begutachtung der Weideanlagen stellte sich heraus, dass ein technischer Defekt am Elektrozaun der Koppel vorlag. Diese Unterbrechung der Sicherungsanlage ermöglichte es den Pferden, das Gelände zu verlassen und bis zu den nahegelegenen Bahngleisen vorzudringen.

Auswirkungen der Bahnsperrung auf den Pendlerverkehr

Nachdem die Tiere gesichert und der betroffene Streckenabschnitt durch die Einsatzkräfte kontrolliert worden war, konnte die Trasse wieder für den Verkehr freigegeben werden. Gegen 06:45 Uhr hob die Leitstelle die Bahnsperrung offiziell auf. Die rund einstündige Unterbrechung zog Konsequenzen für den Bahnverkehr nach sich.

Da sich der Vorfall in den frühen Morgenstunden ereignete, fielen die Auswirkungen in die Zeit des beginnenden Berufsverkehrs. Nach Angaben der Bundespolizei fielen zwei Züge aufgrund des Einsatzes komplett aus. Bei vier weiteren Zugverbindungen kam es zu Verspätungen von insgesamt 180 Minuten.