Eine großangelegte Bombenentschärfung in Wiesbaden ist am Mittwochmittag, den 13.05.2026, erfolgreich zu Ende gegangen. Der 500 Kilogramm schwere Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg war am Vortag bei Bauarbeiten nahe der Bundesstraße B455, direkt an der Zufahrt zur US-Kaserne, entdeckt worden. Gegen 12:15 Uhr gab Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) offiziell Entwarnung und bedankte sich für den reibungslosen Ablauf der Maßnahmen. Da die stark korrodierte Bombe eine potenzielle Gefahr darstellte, hatten Experten im Vorfeld sogar eine kontrollierte Sprengung in Erwägung gezogen, konnten den Fund jedoch letztlich manuell entschärfen.
Evakuierung und Verkehrsbehinderungen
Im Rahmen der Bombenentschärfung in Wiesbaden wurde am Mittwochvormittag ein Evakuierungsradius von rund 700 Metern um den Fundort auf freiem Feld festgelegt. Da das Gebiet dünn besiedelt ist, waren lediglich etwa 50 Anwohner direkt betroffen. Die weitaus größeren Auswirkungen ergaben sich für den Fernverkehr: Die Bundesstraße B455, die Bahnstrecke zwischen Wiesbaden und Köln sowie die Autobahn A66 mussten für die Dauer der Arbeiten voll gesperrt werden. Besonders kritisch war die Sperrung der A66 zwischen Erbenheim und Nordenstadt, da diese aktuell als wichtige Ausweichroute für die reparaturbedürftige Autobahnbrücke der A671 bei Hochheim dient.
Professioneller Einsatz bei der Bombenentschärfung in Wiesbaden
Die Wiesbadener Ordnungsdezernentin Maral Koohestanian (VOLT) lobte die professionelle Hand-in-Hand-Arbeit der beteiligten Behörden und Ämter.
Beteiligte Einheiten und Logistik
An dem Einsatz waren zahlreiche Organisationen beteiligt, um den Schutz der Bevölkerung und die Sicherheit des Kampfmittelräumdienstes zu gewährleisten:
-
Berufsfeuerwehr Wiesbaden sowie die Freiwillige Feuerwehr Heßloch
-
Stadt- und Landespolizei
-
Logistik- und IuK-Gruppe der Feuerwehr Wiesbaden
-
Deutsches Rotes Kreuz (DRK) und Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH)
Rückkehr zur Normalität
Unmittelbar nach der erfolgreichen Entschärfung wurden alle Straßensperrungen aufgehoben und die Anwohner konnten über Lautsprecherdurchsagen informiert in ihre Häuser zurückkehren. Dieser Vorfall verdeutlicht erneut die anhaltende Gefahr durch Altlasten: Auch 81 Jahre nach Kriegsende werden in Deutschland jährlich etwa 5.000 Blindgänger geräumt. Experten schätzen, dass bundesweit noch immer bis zu 300.000 Tonnen Kampfmittel im Boden verborgen liegen. Die aktuelle Bombenentschärfung in Wiesbaden konnte glücklicherweise ohne Zwischenfälle abgeschlossen werden.

