StartPolizeimeldungenICE-Anschlag bei Osnabrück: Flaschenwurf auf Schnellzug

ICE-Anschlag bei Osnabrück: Flaschenwurf auf Schnellzug

Frontscheibe bei voller Fahrt getroffen – Triebfahrzeugführer leitet Schnellbremsung ein – 600 Reisende im Zug – Bundespolizei sucht zwei flüchtige Jugendliche.

Ein schockierender ICE-Anschlag bei Osnabrück hat am späten Sonntagnachmittag, den 19.04.2026, zu einem Großeinsatz der Bundespolizei geführt. Gegen 17:30 Uhr passierte ein vollbesetzter Intercity-Express die Eisenbahnüberführung an der Straße „Power Weg“ im Belmer Ortsteil. Der Triebfahrzeugführer erkannte zwei Jugendliche auf der Brücke, die im Moment der Durchfahrt eine dickwandige Flasche auf den Zug schleuderten. Das Wurfgeschoss traf die äußere Frontscheibe des Triebwagens mit massiver Wucht. Obwohl das Sicherheitsglas nicht durchschlagen wurde, verursachte der Aufprall einen erheblichen Sachschaden an der Außenseite des Fahrzeugs.

Schnellbremsung rettet 600 Passagiere

Umgehend nach der Kollision leitete der Lokführer eine Schnellbremsung ein, um den Zug in Sicherheit zu bringen. Glücklicherweise blieben alle 600 Reisenden an Bord bei dem plötzlichen Stopp unverletzt. Einsatzkräfte der Bundespolizei durchkämmten kurz darauf den Nahbereich der Brücke, konnten jedoch keine Tatverdächtigen mehr antreffen. Die Fahndung nach den zwei mutmaßlichen Tätern läuft nun auf Hochtouren.

Ermittlungen nach dem ICE-Anschlag bei Osnabrück

Aufgrund der polizeilichen Tatbestandsaufnahme und der notwendigen technischen Überprüfung des Zuges musste die Hauptstrecke zwischen Osnabrück und Bremen für genau eine Stunde vollständig gesperrt werden. In der Zeit von 17:33 Uhr bis 18:33 Uhr kam es zu massiven Verzögerungen im gesamten Regional- und Fernverkehr.

Bundespolizei bittet um Zeugenhinweise

Die Bundespolizei hat strafrechtliche Ermittlungen wegen eines gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr aufgenommen. In diesem Zusammenhang wird betont, dass ein ICE-Anschlag bei Osnabrück kein Kavaliersdelikt ist. Sachdienliche Hinweise zur Identität der flüchtigen Jugendlichen werden von der Bundespolizei in Osnabrück unter der Telefonnummer 0541 331280 entgegengenommen.

Die Behörden warnen zudem eindringlich vor den Folgen solcher Taten: Neben Freiheitsstrafen drohen den Verursachern zivilrechtliche Schadensersatzforderungen der Bahnunternehmen, die bis zu 30 Jahre lang geltend gemacht werden können. Die genaue Schadenshöhe an dem beschädigten Triebfahrzeug wird aktuell noch durch Sachverständige ermittelt.