StartSicherheitLeitstelle in Rostock nimmt Betrieb auf: Modernstes Sicherheitszentrum

Leitstelle in Rostock nimmt Betrieb auf: Modernstes Sicherheitszentrum

Planungs- und Bauzeit von über einem Jahrzehnt erfolgreich abgeschlossen – Höchste Standards bei Ausfallsicherheit und IT-Infrastruktur – Kapazitäten für Großschadenslagen.

Die Hanse- und Universitätsstadt hat einen bedeutenden Meilenstein im zivilen Bevölkerungsschutz erreicht: Die neue Integrierte Leitstelle in Rostock (ILS) hat am gestrigen 11. Juni 2026 offiziell ihren Betrieb aufgenommen. Das Großprojekt entstand auf dem Areal der Feuer- und Rettungswache 1. Es resultiert aus einer mehr als zehnjährigen Planungs- und Bauphase, die vom Amt für Brandschutz, Rettungsdienst und Katastrophenschutz gemeinsam mit dem Eigenbetrieb Kommunale Objektbewirtschaftung und -entwicklung realisiert wurde. Das hochmoderne Führungszentrum gilt als eines der fortschrittlichsten Kommunikationsbauwerke in ganz Mecklenburg-Vorpommern.

Zentrale Koordinierung aller Notrufe über die 112

Die neue operative Zentrale bündelt ab sofort flächendeckend alle eingehenden Notrufe über die Nummern 112 und 19222 im gesamten städtischen Zuständigkeitsbereich. Rund um die Uhr koordinieren die zuständigen Disponenten von hier aus sämtliche Einsätze der Berufs- und Freiwilligen Feuerwehren, des Rettungsdienstes sowie alle Akutmaßnahmen des Katastrophenschutzes. Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger betonte im Rahmen der Inbetriebnahme, dass diese Investition die Sicherheit der Rostocker Bürger nachhaltig stärke und gleichzeitig zeitgemäße, ergonomische Arbeitsbedingungen für das Personal schaffe.

Technische Redundanz und zukunftsfähige Infrastruktur

Das Gebäude selbst wurde bereits im August 2024 baulich fertiggestellt und schrittweise von der Feuerwehr bezogen.

Unabhängige Serverräume sichern den Dauerbetrieb

Nachdem das zentrale Katastrophenschutzlager, die Atemschutzwerkstatt und die Bekleidungskammer bereits in Nutzung sind, erfolgte zuletzt die Implementierung der hochverfügbaren IT-Systeme. Als geschützter Bestandteil der kritischen Infrastruktur verfügt die neue Leitstelle in Rostock über eine extreme Ausfallsicherheit. Diese wird durch zwei komplett voneinander unabhängige Serverräume, redundante Netzwerke sowie leistungsstarke Notstromanlagen mit unterbrechungsfreier Stromversorgung garantiert. Senator Dr. Chris von Wrycz Rekowski hob hervor, dass die Stadt damit in Bezug auf künftige Krisenlagen deutlich resilienter aufgestellt sei.

Arbeitsplätze für den täglichen Dienst und Unwetterlagen

Für die tägliche Einsatzbewältigung stehen den Disponenten sieben moderne Arbeitsplätze zur Verfügung, die mit jeweils drei teilbaren Curved-Flatscreen-Monitoren ausgestattet sind. Für außergewöhnliche Großschadenslagen, wie schwere Sturmereignisse oder Hochwasser, stehen zudem acht zusätzliche Abfrageplätze als Reserve bereit. Die Relevanz der Einrichtung belegen die Einsatzzahlen aus dem Vorjahr 2025, in dem die Mitarbeiter knapp 55.000 Notrufe und über 9.000 Krankentransporte abwickelten. Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auf rund 36,8 Millionen Euro. Der Neubau der Leitstelle in Rostock schließt zugleich den ersten von insgesamt vier Bauabschnitten zur Modernisierung der Hauptwache ab.